Fricktal

«Eine Katastrophe!»: U-Abo-App des Tarifverbunds Nordwestschweiz kämpft mit Störungen

Mit der U-Abo-App können Passagiere des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) ihr U-Abo auf ihr Smartphone laden – doch alle sind damit nicht zufrieden.

Mit der U-Abo-App können Passagiere des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) ihr U-Abo auf ihr Smartphone laden – doch alle sind damit nicht zufrieden.

Über 25'000 Nutzer haben die App des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) seit Herbst heruntergeladen. Aber nicht alle sind zufrieden: Im Internet hagelt es Kritik.

Diese Woche wurde eine Schallmauer geknackt: Die im Herbst lancierte App für das Umweltschutzabonnement des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) hat nun über 25'000 Nutzer. Mit der Anwendung kann das U-Abo auf das Smartphone übertragen, dort gekauft und erneuert werden. An den Spitzentagen zum Jahresbeginn – als viele ihr Abo erneuerten – kamen gleich mehrere tausend Nutzer dazu.

Kein Wunder, sind die Entwickler des digitalen Abos zufrieden. «Unsere Erwartungen wurden erfüllt. Unser Ziel ist es, innerhalb eines Jahres zehn Prozent der Kunden zum Umsteigen auf die App zu bewegen. Dies werden wir sicherlich erreichen», freut sich Andreas Büttiker, Direktor der BLT Baselland Transport AG.

Schlechte Bewertungen

Aber: So gut sich die Nutzerzahlen der App auch entwickeln – alle scheinen damit nicht zufrieden zu sein. In den App-Stores jedenfalls erhält die U-Abo-App durchzogene Bewertungen. Auf dem Portal für iPhone-Besitzer erhält die Anwendung bei 34 Bewertungen zwei von fünf möglichen Sternen. Das gleiche Bild im Store für Android-Smartphones: 149 Nutzer haben die App hier bewertet. Über die Hälfte gibt nur einen oder zwei Sterne.

«Eine Katastrophe! So eine unausgereifte App wie diese habe ich noch nie gehabt. Egal, was man probiert: Technischer Fehler!», schreibt ein Nutzer in den Kommentaren. Viele Nutzer berichten davon, dass sie den nötigen SMS-Code für den Zugang zum Abo auf der App nicht erhalten hätten. Oder, dass das digitale Abonnement bei der Kontrolle im Zug nicht oder nur langsam geladen werden konnte.

«Lösung gefunden»

Andreas Büttiker bestätigt, dass die App nicht immer reibungslos funktioniert hat. «Das grösste Problem hatten wir mit dem Versand der Bestätigungs-SMS. Nicht alle Kunden haben diese erhalten.» Mittlerweile sei allerdings eine «befriedigende Lösung» gefunden, sagt Büttiker und verspricht: «Die SMS werden vom Service-Anbieter nun mit höchster Priorität versandt.»

Ausserdem werde das System ständig weiterentwickelt. Bei der aktuell erhältlichen App handelt es sich bereits um die fünfte Version. «Eine neue, grosse Version ist auf Mitte 2017 geplant», sagt Büttiker. In diesem Rahmen soll dann auch das Abo-Sortiment auf der App erweitert werden.

Kauf an Automaten möglich

Noch wird aber niemand gezwungen, ein Smartphone zu kaufen, um ein
U-Abo zu lösen. «Es geht alles nicht so schnell, wie uns gewisse Futurologen weismachen wollen», sagt Büttiker. «Die Technik ist zwar vorhanden, aber der Mensch braucht Zeit für die Umstellung.» Als Service-Public-Anbieter wolle man auch «Menschen mit anderen Zugangsbedürfnissen» Rechnung tragen. So soll die U-Abo-Card, die den Kauf des Abos an allen TNW-Automaten ermöglicht, weiter bestehen sowie der Kauf des Abos an SBB-Automaten auch in Zukunft möglich sein.

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