Wil
Eine gute Weinqualität beginnt im Rebberg

Winzermeister Daniel Fürst, der in Hornussen erfolgreich einen 5-Hektaren-Rebbetrieb mit Eigen- und Lohnkelterung führt, gab auf dem Rebumgang nützliche Tipps für Rebleute. Fürsts grosse Erfahrung als Lehrmeister für Winzerlehrlinge war zu spüren.

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Daniel Fürst demonstrierte auf dem Rebumgang das sogenannte Einschlaufen der Reben. rb

Daniel Fürst demonstrierte auf dem Rebumgang das sogenannte Einschlaufen der Reben. rb

Viktor Schraner, Präsident des Rebbauvereins Wil, stellte mit berechtigtem Stolz fest, dass der Rebumgang in Wil eine starke Anziehung hat. So erschienen 45 Winzerinnen und Winzer aus dem ganzen Mettauertal und sogar aus Mandach.

Vielleicht lag es auch am Bekanntheitsgrad des Referenten, Daniel Fürst, der in Hornussen sehr erfolgreich einen 5-Hektaren-Rebbetrieb mit Eigen- und Lohnkelterung führt.

«Ziel der Rebarbeiten muss eine hervorragende Traubenproduktion sein», betonte Fürst, «denn nur Spitzenweine lassen sich gut verkaufen. Qualität beginnt schon beim Rebschnitt und vor allem beim Erlesen der Reben. Jede Rebsorte verlangt eine spezielle Aufmerksamkeit.»

Reben müssen «erzogen werden»

Der Austrieb der Reben war dieses Jahr etwas spät. Die hohen Temperaturen Mitte Juni bewirkten ein enormes Wachstum, sodass die Reben jetzt zum normalen Zeitpunkt an «Johanni» blühen.

Das Laub im Wiler Rebberg ist weitgehend gesund, nur vereinzelt sind Spuren des Mehltaupilzes zu sehen. «Aber trotzdem muss dem Pflanzenschutz grösste Aufmerksamkeit geschenkt werden», erklärt Fürst: «Grundsätzlich ist es besser, früh bei Saisonbeginn mit Spritzen zu beginnen.»

Bei den Laubarbeiten müsse auf einen genügenden Abstand von Trieb zu Trieb geachtet werden. Zudem müssten sie rechtzeitig in die Drähte eingeschlauft werden, um eine bessere Sonneneinwirkung zu ermöglichen.

Daniel Fürst gab noch viele Tipps zur Rebenerziehung und beantwortete alle Fragen sehr kompetent. Überflüssige Triebe und Blätter seien zu entfernen und das Auslauben der Traubenzone von der dem Wetter abgewandten Seite sei wichtig.

Zudem sei jetzt der ideale Zeitpunkt, um eine gute Belüftung der Traubenzone zu erreichen. Weisse Sorten müssten schonender entblättert werden, um die Aromabildung nicht zu gefährden.

Rote Sorten dürften dagegen grosszügig entblättert werden, da an der Sonne sich bessere Farbkonzentrationen entwickeln. Die Regulierung des Traubenbehangs erfolge am besten beim Weichwerden (Farbumschlag) der Trauben.

Daniel Fürsts grosse Erfahrung als Lehrmeister für Winzerlehrlinge spürte man bei allen Erklärungen, die von den aufmerksamen Anwesenden geschätzt wurden.

Räbhüüslifäscht im August

Beim Parkplatz unterhalb des Rebhäuschens von Walter und Maria Rossi hatten die Vorstandsfrauen Uschi Knecht und Claudia Oeschger, unterstützt von Helfern, eine kleine Festwirtschaft aufgebaut.

Bei grillierter Wurst und selbst gebackenen Kuchen wurde fleissig diskutiert und die Geselligkeit gepflegt. Geselligkeit wird es auch am kommenden Wiler Räbhüüslifäscht am Samstag, 10. und Sonntag 11. August geben.

In liebevoll gestalteten Rebhäuschen bietet sich Gelegenheit, mehr als 40 verschiedene Weine aus dem Wiler Rebberg zu probieren und zu geniessen. Dazu gibt es ein vielfältiges Angebot an Speisen. (rb)