Mittleres Fricktal
«Eine gute Möglichkeit»: Der Gemeinderat Schupfart peilt eine Fusion an

Obwohl im Projekt «Zukunft Mittleres Fricktal» von Stein, Mumpf, Obermumpf und Schupfart noch Detailabklärungen im Gang sind, hat der Schupfarter Gemeinderat seine Meinung gemacht. Er will fusionieren - das ist im Legislaturziel so festgehalten.

Marc Fischer
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In Schupfart wurde das Referendum ergriffen. Schulleitung und Schulsekretariat sollen auf Gemeindekosten um je 5 Stellenprozent angehoben werden.

In Schupfart wurde das Referendum ergriffen. Schulleitung und Schulsekretariat sollen auf Gemeindekosten um je 5 Stellenprozent angehoben werden.

Seit dem Frühling 2012 befassen sich acht Facharbeitsgruppen mit der Zukunft der Gemeinden mittleres Fricktal. Stein, Mumpf, Obermumpf und Schupfart klären ab, wie sie in die Zukunft gehen wollen. Stets wurde dabei betont, dass es sich um Abklärungen mit offenem Ausgang handelt. Von Status quo über vertieftere Zusammenarbeit bis hin zum Zusammenschluss sei alles möglich.

Legislaturziele: Schule im Dorf und keine Steuererhöhung

Neben dem Einsatz für einen Zusammenschluss der Gemeinden Stein, Mumpf, Obermumpf und Schupfart finden hat sich der Schupfarter Gemeinderat in den Legislaturzielen auch zu weiteren Belangen «seiner» Gemeinde Gedanken gemacht. So heisst es im Vierjahres-Programm der Exekutive etwa in Sachen Schule: «Der Erhalt einer qualitativ hochstehenden Unterstufe im Dorf wird angestrebt. Eine Zusammenarbeit mit den Nachbarsgemeinden für die Mittelstufe wird gefördert.»

Zudem wird ein «moderates Bevölkerungswachstum» angestrebt. In den kommenden Jahren soll die Turnhalle saniert und erweitert werden und auch Strassensanierungen stehen an. Auch im Hinblick auf die Finanzen hat der Schupfarter Gemeinderat klar Pläne für die angelaufene Legislatur: «Mit einer umsichtigen und langfristigen Finanzplanung will der Gemeinderat die bestehende Infrastruktur auf einem guten Stand halten. Ziel ist es, den heutigen Steuerfuss beizubehalten.» (mf)

Nun lässt die Gemeinde Schupfart aber mit ihren Legislaturzielen für die Amtsperiode 2014/17 aufhorchen. Unter Punkt eins heisst es: «Der Gemeinderat setzt sich weiterhin für einen Zusammenschluss der Gemeinden Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Stein ein.»

In der vergangenen Legislatur war das Ziel noch deutlich zurückhaltender formuliert worden. Damals hiess es ebenfalls unter Punkt eins: «Fusionsgespräche mit interessierten Partnergemeinden werden gestartet und eine intensive Zusammenarbeit oder eine Fusion mit einer oder mehreren Gemeinden werden vorangetrieben.»

Erste Erkenntnisse positiv

Der Schupfarter Gemeindeammann Bernhard Horlacher, der in seiner Funktion als Ammann auch der Projektleitung von Zukunft Mittleres Fricktal angehört, bestätigt auf Anfrage der Aargauer Zeitung das Legislaturziel. «Es lassen sich aus der bisherigen Projektentwicklung bereits erste Erkenntnisse ziehen und so ist der Schupfarter Gemeinderat zur Überzeugung gelangt, dass ein Zusammenschluss eine gute Möglichkeit wäre.»

Ob der Bericht der Projektleitung gleich ausfallen werde, könne er aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Weiter verwies Horlacher darauf, dass die Initiative für gemeinsame Abklärungen aus einer Anfrage der Gemeinde Schupfart an die umliegenden Gemeinden entstanden sei.

Schlussbericht steht noch aus

Markus Leimbacher, der externe Projektleiter von «Zukunft Mittleres Fricktal» verwies gegenüber der Aargauer Zeitung auf die laufenden Abklärungen. Beim Schlussbericht der Facharbeitsgruppe Finanzen gebe es noch Überarbeitungsbedarf. «Es müssen noch weitere Details abgeklärt werden, unter anderem auch beim Kanton.»

Deshalb sei auch der Schlussbericht der Projektleitung noch ausstehend, so Leimbacher weiter. Er gehe aber davon aus, dass dieser in den nächsten zwei Monaten fertiggestellt und den Gemeinderäten den vier Gemeinden unterbreitet werde. Dies entspricht einem Rückstand auf den ursprünglichen Projektplan von einigen Monaten.

«Die Abklärungen werden detailliert gemacht», so der Projektleiter, «die Fakten sollen hieb- und stichfest sein.» Deshalb habe es auch die eine oder andere Zusatzschlaufe gegeben.

«Wir werden dann öffentlich orientieren, wenn es etwas zu berichten gibt», bat Leimbacher um Geduld. Und: «Legislaturziele von einzelnen Gemeinden sind nicht Sache der Projektleitung.» Aus seiner Sicht seien weiter alle Ausgänge offen.