Nun haben sie also auch einen, die Modellbahner und die wenigen Modellbahnerinnen. Die Rede ist vom Tag der Modelleisenbahn am Sonntag, den 2. Dezember. Dieser bietet auch für den Fricktaler Eisenbahnclub (FEC) eine Gelegenheit, seine Räume der Öffentlichkeit zu präsentieren. So können Interessierte im Clublokal im Schulhaus Ebnet die grosse Modellbahnanlage betrachten, den Zügen beim Fahren zusehen und mit den Clubmitgliedern diskutieren. Denn wer auch immer diesen speziellen Tag erfunden hat: Er kommt zu einer Zeit, in der die Modellbahn als Hobby sehr viel an Anziehungskraft verloren hat.

«Uns liegt etwas daran, diesem Eindruck mit dem Ergebnis unserer Aktivitäten entgegenzuwirken», sagt Clubmitglied Kajetan Schwarz. Das Hobby Modellbahn sei enorm vielfältig, einerseits bei den Aktivitäten, andererseits bei dem, was man daraus lernen könne. In praktischer Hinsicht seien dies handwerkliche Fähigkeiten: «Vom Schreiner über den Elektriker bis zum Feinmechaniker», zählt Schwarz auf. Zum anderen seien es aber auch Kenntnisse über die «grosse Bahn», über das Transportwesen und über die Geschichte, die vermittelt würden.

Entgleisungen vermeiden

«Im Unterschied zu jeglichen anderen Spielen bestimmen die Regeln der wirklichen, der realen Welt der grossen Bahn dieses Spiel», sagt Schwarz. Man müsse keine Spielregeln erfinden, sondern könne kreativ mit dem Vorgegebenen umgehen und dabei erst noch eine Menge lernen. Die Kombination von Spiel und realer Welt sei das, was die Modellbahn einzigartig mache. «Wenn die Gleise nicht richtig verlegt sind, wenn es mit der Stromversorgung hapert oder wenn man zwei Züge aufeinander losfahren lässt, weil man am Stellwerk nicht aufgepasst hat, passiert genau das, was bei der grossen Bahn geschieht: Es gibt Entgleisungen, die Züge fahren nicht oder es gibt sogar Unfälle», erzählt er.

Die Augen offen halten

Für Schwarz ist die Modellbahn ein Spielzeug, das die Fantasie anregt, wenn man sich wirklich darauf einlasse. Ein Spielzeug, das auffordere, die Welt der grossen Bahn mit offenen Augen zu erkunden. «Man kann den Blick schärfen für das, was interessant sein könnte für die Umsetzung in den eigenen vier Wänden», sagt er. Man benötige dafür weder viel Platz noch viel Geld noch detailliertes Fachwissen, sondern eine plausible Geschichte. Dann sei selbst eine kleine Anlage enorm reizvoll zu betreiben. Ob es die Bahn von anno dazumal ist oder ein Ausschnitt aus der modernen Bahnwelt, sei völlig egal. «Wichtig ist, dass man sich ein Spielbrett gestaltet, das immer aufs Neue zum Spielen einlädt, das einen in eine eigene Welt führt, die einer Wirklichkeit abgeschaut ist», sagt er.

Basteln mit dem Lötkolben

Spielen könne man mit alten Modellbahn-Fahrzeugen genauso wie mit digital gesteuerten. Gleiches gelte für das Bauen und Basteln, sagt Schwarz. «Ob mit Karton und Schere oder mit Messing und Lötkolben – jeder ist frei, eigene Wege zu finden, für sich auszuprobieren, was ihm gefällt.» Im Eisenbahnclub sei es gerade das gemeinschaftliche Spiel nach den Regeln der realen Bahn, das viele fasziniere «Es hat seine eigenen Aspekte und macht das Geschehen noch ein Stück weit spannender und reizvoller», so Schwarz. (az)

Tag der Modelleisenbahn: Sonntag, 2. Dezember, 13.30 bis 17 Uhr, Oberstufenzentrum Ebnet, Frick.