Auf eine genussvolle, musikalische Reise durch die letzten 250 Jahre von der Romantik bis hin zur Moderne und durch viele Länder nahmen die Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule Möhlin solistisch oder im Ensemble die Besucher in der römisch katholischen Kirche anlässlich ihres gut besuchten Konzertes mit.

Orgel und Trompete malten zu Beginn ein versonnen träumerisches Bild von der waldreichen, hügeligen Landschaft rund um die schwedische Stadt Dalarna, einer geschichtsträchtigen Region, in der auch der bekannte Wasalauf stattfindet. Komponist dieses schönen Psalms ist Oskar Lindberg.

Interessant die melodischen Gegensätze am Klavier der beiden Stücke von Franz Schubert mit seinem Ständchen und Maurice Ravel mit «La valse». Berauschend das wunderbar harmonische Klangbild des lyrischen Ständchens, perlend zart der Fluss der Noten. Elemente des Wiener Walzers griff Ravel in seinem Werk auf, die er mit der für ihn typischen improvisatorischer Harmonik und Rhythmik verband. Beeindruckend wird ein wilder, mystischen Derwischtanz nachgezeichnet mit lebhaften, melodischen Elementen, das Finale dagegen läuft aus in verzerrten Rhythmen und in einem dissonaten Chaos.

Weniger bekannt ist die Komponistin Fanny Hensel, die hochtalentierte Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy. Auch sie hinterliess ein reiches Schaffen, für das sich aber lange niemand wirklich interessierte. Ein wunderbares Beispiel für deren überragendes Können waren zwei hinreissend temporeiche Auszügen aus ihrem Klavierzyklus «Das Jahr» – die Monate Februar und November –, entstanden auf einer Italienreise, ausdrucksstark und mit packender Vehemenz dargeboten. Ebenso begeisternd der «December Rains» vom zeitgenössischen Schweizer Komponisten Martin Schlumpf mit herrlich jazzigen Elementen, modernen Klangkaskaden furios und mit enormer Wucht am Klavier interpretiert.

Fröhlich jubilierend

Fröhlich jubilierend danach der anmutig brillante Gesang in Estelles Romanzen von Francois Devienne, elegant und leicht der kantable Melodienreigen der «Ballade g-moll op. 23» von Frederic Chopin, der sich dynamisch steigerte zu einer sehr emotionalen Kantilene und lyrisch zarten Passagen.

Ein Ohrenschmaus war am Ende des Programms die «Irish Suite», eine Eigenkomposition des Musiklehrers Thomas Bergmann. Die Zuhörer durften schwelgen bei den verspielten Melodien der tänzerischen Flöte, den unbekümmert lebhaften Gitarren und der freudigen Heiterkeit der Geige. Das war irische Lebenslust pur.

Die Interpreten des Konzerts waren: Andreas Meier (Trompete), Bernadette Schmidlin (Orgel), Felix Rauch (Klavier), Kathrin Schmidlin (Klavier), Claudia Götting (Sopran), Anna Wyszomirska (Querflöte), Romeo Knöbel (Klavier), Thomas Bergmann (Gitarre), Illianna Garnier (Blockflöte), Sabine Ging (Gitarre), Matthias Müller (Violine).