Frick
Eine Genossenschaft soll die Biohaus-Zukunft sichern

Nach den Sommer ferien soll eine neue Genossenschaft das Biohaus übernehmen. Die Suche nach Genossenschaftern läuft. Zum Start brauchen die Initianten 100'000 Franken.

Marc Fischer
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Wer Genossenschafter werden will, kann sich im Biohaus in Frick auf einer Liste eintragen. nbo/Archiv

Wer Genossenschafter werden will, kann sich im Biohaus in Frick auf einer Liste eintragen. nbo/Archiv

Nadine Böni

Auf Ende Jahr hat das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Alfred Schädeli und Bronya Dehlinger den Pachtvertrag für den FiBL-Hof gekündigt. Ohne den Hof können die beiden auch das Fricker Biohaus nicht mehr führen und beliefern und so suchten sie eine Nachfolgelösung. «Das Fortbestehen des Biohauses liegt mir sehr am Herzen», sagte Alfred Schädeli im Februar zur AZ.

Nun gibt es einen Plan: Eine Genossenschaft soll die Zukunft des Biohauses sichern. «Dadurch erreichen wir eine breitere Abstützung», ist Gertrud Häseli, Grossrätin der Grünen, Bio-Bäuerin und Mitinitiantin der Genossenschaft überzeugt. Mit im Boot sind auch Cornelia Brennwald von Arbo Vitis und Raphael Spichtig, der in Rheinfelden den Bioladen «Zum Nektar» führt.

Er habe auf die Nachfolger-Suche verschiedene Bewerbungen erhalten, sagt Alfred Schädeli. «Die Genossenschafts-Idee hat sich dabei als beste Lösung herauskristallisiert.» Es sei ein altes Anliegen des Bio-Fachhandels, dass Produzenten und Konsumenten gemeinsam einen Laden betreiben. «In den Anfängen war das sogar fast immer so», sagt Schädeli.

Investitionen in Kühltechnik

Die Initianten sind derzeit auf der Suche nach Genossenschaftern. Im Laden liegt eine Liste auf, auf der sich Interessenten eintragen können. Zur Übernahme benötige man ein Kapital von 100 000 Franken, sagt Häseli. Dies sei nötig, um das Inventar und die Bestände zu übernehmen und um in die Kühltechnik zu investieren. Im Statutenentwurf ist laut Häseli vorgesehen, dass ein Anteilschein 1000 Franken kostet. «Mit 100 Genossenschaftern können wir also sicher starten», so Häseli. Die Initianten hoffen jedoch, dass es auch Genossenschafter gibt, die mehrere Anteilscheine zeichnen und somit mehr als 1000 Franken investieren. Häseli ist zuversichtlich, die 100 000 Franken zusammenzubekommen, schliesslich habe das Biohaus eine treue Stammkundschaft. Ziel sei es, die Genossenschaft Ende Mai zu gründen und den Laden nach den Sommerferien zu übernehmen.

Die Genossenschaft soll dabei die finanzielle Seite abdecken, als operativer Geschäftsführer ist laut Gertrud Häseli Raphael Spichtig vorgesehen. «So können auch Synergien mit dem Laden in Rheinfelden genutzt werden.» Die beiden bisherigen Mitarbeiter in Frick sollen ihre Stellen behalten. Bezüglich Sortiment will die Genossenschaft regionale Bioprodukte forcieren. «Wir werden sicherlich auf regionale Produzenten zugehen und fragen, ob sie uns beliefern wollen», so Häseli.