Feuerwehr
Eine Fusion zweier Feuerwehren hätte viele Gewinner zur Folge

Das Stimmvolk wird über den Zusammenschluss der Feuerwehren Eiken-Sisseln und Münchwilen entscheiden. Das Vorhaben hätte viele Vorteile: So würden alle drei Gemeinden viel Geld sparen.

Hans Christof Wagner
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Streben die Fusion an: (v.l.) Stefan John, Kommandant Eiken-Sisseln, Christian Winter, Kommandant Münchwilen, Sabrina Keller, Gemeinderätin Münchwilen, Urs Schmid, Gemeinderat Sisseln, und Markus Zwahlen, Gemeinderat Eiken.

Streben die Fusion an: (v.l.) Stefan John, Kommandant Eiken-Sisseln, Christian Winter, Kommandant Münchwilen, Sabrina Keller, Gemeinderätin Münchwilen, Urs Schmid, Gemeinderat Sisseln, und Markus Zwahlen, Gemeinderat Eiken.

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Kritische Stimmen gab es nach den detailreichen Informationen, präsentiert von Eikens neuem Gemeinderat Markus Zwahlen, vor rund 60 Personen kaum. Laut Zwahlen zwingt vor allem der Grössenklassenwechsel der beiden Feuerwehren durch die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) kommendes Jahr zum Handeln.

Eiken-Sisseln steigt in die Klasse IV A auf, für eine Einwohnerzahl zwischen 3500 und 7000. Münchwilen muss in die Klasse II wechseln (zwischen 800 und 1800 Einwohner).

Beide Neueinstufungen bringen höhere Anforderungen an die Mannschaftsstärke mit sich. So müsste Eiken-Sisseln künftig mindestens 94 Aktive aufweisen (aktuell 76) und Münchwilen 56 (aktuell 42).

Auch an die Feuerwehrmagazine stelle die Höherstufung Anforderungen, die beide derzeit nicht erfüllen. Zwahlen: «Allein für Eiken muss mit Umbaukosten von bis zwei Millionen Franken gerechnet werden.»

Dieses Geld könne man sich im Falle einer Fusion sparen, weil die Magazine in Eiken und Münchwilen zusammengenommen den AGV-Anforderungen genügen und die AGV laut Zwahlen einen auf zwei Magazine ausgedehnten Feuerwehrbetrieb akzeptiert.

Personell wäre die Feuerwehr Sisslerfeld, wie die Einrichtung nach dem Zusammenschluss heissen soll, vorerst aus dem Gröbsten raus. Hätte sie doch dann 118 Männer und Frauen in ihren Reihen – weit mehr als der Mindestbestand von 94. Auch für die laufenden Budgets fahren Zwahlen zufolge alle drei Gemeinden mit einer Fusion besser. Alle drei würden einsparen, am meisten Münchwilen.

Münchwilen müsste mit seinem Anteil an den anstehenden Investitionen aber tief in die Tasche greifen. Nach 28 Jahren im Dienst ist das Tanklöschfahrzeug von Eiken-Sisseln verbraucht und muss für 650 000 Franken ersetzt werden.

Auch der Kauf eines neuen Pikettfahrzeugs für 400 000 Franken steht in den kommenden drei bis fünf Jahren an. «Münchwilen würde kurzzeitig stark belastet, aber durch die jährlichen Einsparungen beim Budget wäre das schnell wieder ausgeglichen», rechnete Zwahlen vor.

Zwei Jahre nachdem in Eiken, Sisseln und Münchwilen der Zusammenschluss vor allem der Finanzierung wegen scheiterte, sind die drei Akteure beim Geld nun einig. Der Budgetbeitrag soll künftig allein an der Einwohnerzahl orientiert sein. Ein Sockelbetrag, damals wollte Eiken das, ist vom Tisch.

Die Zustimmung der Stimmbürger in den Wintergemeindeversammlungen vorausgesetzt, könnte die Feuerwehr Sisslerfeld am 1. Januar starten. Und will dann gleich den Kauf des neuen Tanklöschfahrzeugs in Angriff nehmen.