Die Keniahelferin aus dem Fricktal wurde auf ihrer Reise vom Stiftungsratsmitglied Armin Fust begleitet. Die Anmeldung des Besuches erfolgte absichtlich erst ganz kurz vor dem Eintreffen. Dennoch wurde das Health Center in einem sehr guten Zustand angetroffen.

Der Betrieb lief geordnet und ruhig, die Medikamente waren vorrätig, es war alles sauber und die Anlagen waren gut unterhalten. Das zu sehen, war für die Keniahelferin und ihr Stiftungsratskollege sehr beruhigend. Die Zusammenarbeit mit der Diözese ist seit der Übergabe 2012 gut angelaufen, was sich insbesondere in personellen und administrativen Fragen positiv auswirkt.

Schlechte Zufahrtsstrasse

Die Auslastung der ambulanten Patientenversorgung und die Belegung der 20 Spitalbetten sind gut, aber auch recht schwankend. Die Belegung reicht von überlastet bis zu Ruhetag.

Zur schwankenden Auslastung trägt auch die schlecht ausgebaute Zufahrtsstrasse bei, denn bei Regenfall werden diese Naturstrassen unpassierbar für die Motorräder, die neben dem Zu-Fuss-Gehen das häufigste Verkehrsmittel auf dem Land darstellen. Der Ausbau der Zufahrtsstrasse stellte deshalb auch einen Hauptpunkt des Besuches der Stiftungsräte dar.

Auch die neue Ambulanz, die seit Januar in Betrieb steht, hat bereits mehrere nutzbringende Krankentransporte hinter sich, wie im Fahrtenbuch nachgeschlagen werden konnte. Aber selbst für die geländegängige Ambulanz mit Vierradantrieb bedeutet die Zufahrtstrasse bei starkem Regenfall ein unüberwindbares Hindernis.

Einen Schwerpunkt im St. Elisabeth Health Center stellen die Geburten dar. Der Ausbildungsstand der meist jungen Mütter zu Geburt und zur Pflege der Neugeborenen ist auf dem Land mehrheitlich gering und die finanziellen Möglichkeiten sind meist sehr begrenzt.

Um die Betreuung vor, während sowie nach der Geburt und die Gesundheitspflege für die Neugeborenen deutlich zu verbessern, wurde im Januar 2013 ein spezielles kostenloses Geburtenbetreuungsprojekt eingeführt. Bis Ende Juli haben bereits 108 junge Mütter mit ihren Neugeborenen von diesem Angebot profitiert.

Wasser- und Stromversorgung

Ein weiteres Problem, das es zu regeln galt, ist die Wasserversorgung. Da die Ergiebigkeit des existierenden Brunnens in der Trockenzeit jeweils drastisch nachlässt, muss für eine ausreichende Wasserversorgung ein neuer, tieferer Brunnen ausgegraben werden.

Der Aushub, der in Handarbeit erfolgt, hat bereits begonnen und sollte vor den normalerweise im September einsetzenden Regenfällen beendet sein. Leider liessen sich bezüglich der geplanten Stromversorgung noch keine konkreten Schritte festlegen, aber es wurde von allen zuständigen Stellen versichert, dass die Verbindungsleitung im Richtplan enthalten sei und in absehbarer Zeit realisiert werden sollte.

Aber in Afrika ist absehbar ein weit dehnbarerer Begriff als bei uns in der Schweiz. Der ersehnte Betrieb einer Waschmaschine steht also leider immer noch nicht unmittelbar bevor.

Alles in allem zeigte es sich, dass für derartige Hilfsprojekte regelmässige Besuche unabdingbar sind, um den Lauf der Dinge persönlich zu überprüfen und zu steuern. Die modernen Kommunikationshilfsmittel sind zwar nützlich und komfortabel, aber sie können den persönlichen Kontakt nicht ersetzen.