Laufenburg

Einblick in eine lebendige Kulturszene am Rhein

Kunst zum Begreifen im «Schlössle».

Kunst zum Begreifen im «Schlössle».

Premiere bestanden – die achte grenzüberschreitende Kulturnacht fand unter neuer Regie statt. Es war eine Veranstaltung, die alle Sinne angesprochen hatte.

2005 riefen Roy und Rachela Oppenheim die erste Kulturnacht ins Leben. Und nicht erst in diesem Jahr hatte das Paar angekündigt, sich aus der Organisation zu verabschieden. Als die beiden ihre Ankündigung jetzt wahr machten, gelang es, ein neues Organisationsteam auf die Beine zu stellen. Ihm gehören Alois Schmelzer vom Museum Schiff, Monika Wissler vom Verkehrsbüro Laufenburg, Brigitte Chymo, Ursula Jutzi, Roland Kaufmann und Meinrad Schraner an.

Monika Wissler sagte bei der Eröffnung der Kulturnacht in der Taverne zum Schiff, dass es sich beim Programm um Kultur zum Anschauen wie auch um Kultur zum Mitmachen handle. Ulrich Krieger, Bürgermeister des deutschen Laufenburgs, sprach von einem «attraktiven Programm mit noch mehr Beiträgen.» Die Veranstaltung spreche alle Sinne an.

Davon konnten sich die Besucher selbst überzeugen. Zu hören, Trommelschläge, gab es von den Jungtambouren, die zur Eröffnung spielten und den ganzen Abend durch die Gassen zogen. Fühlen konnten die Besucher im «Schlössle» auf der deutschen Seite. Sie waren aufgefordert, ausgestattet mit einer blickdichten Brille, bewusst zu erleben, wie Kunst wahrgenommen wird, wenn die Sehkraft fehlt.

Einblicke in das Verborgene

Die Augen offen zu lassen, lohnte sich aber den ganzen Abend lang. Überall in der Stadt öffneten sich die Künstlerateliers und boten den Gästen Einblicke in sonst verborgene Werkstätten, Gärten, Hinterhöfe und Oasen der Ruhe. Kultur zum Mitmachen – in der Marktgasse war das Programm. Dort konnte sich Gross und Klein an der Staffelei versuchen oder gemeinsam eine Sitzbank ausmalen. Nach Einbruch der Dunkelheit lockten die hell erleuchteten Künstlerdomizile die Flaneure zum Eintreten an. Open house ab 19 Uhr bis Mitternacht – so hiess das Motto. Auch im Skulpturengarten des RehmannMuseums dämmerte es schon, als drei jugendliche Tanzgruppen zu einer Breakdance-Show auftraten. Grossen Beifall fanden dabei sowohl die Solo-Auftritte als auch die Choreografie in der Gruppe.

Gruppendynamik

Dabei bewiesen alle Tänzer ein grosses Mass an Körperbeherrschung und Beweglichkeit – ob bei Salti oder abgehackten roboterhaften Bewegungen. Mit dabei war auch die Formation Stage Control der Kantonsschule Wettingen. Diese gewann im Frühjahr 2012 den School Dance Award der Nordwestschweizer
Kantone.

Mit einem Flyer versehen, in dem für beide Städte Orte und Zeiten der Programmpunkte eingezeichnet waren, konnten die Besucher die zahlreichen Stationen gut überblicken. Sie konnten, um den Rhein zu überqueren, die Laufenbrücke benutzen. Das gelang aber auch mit der MS Stadt Laufenburg – das Motorschiff pendelte die ganze Nacht hindurch zwischen beiden Flussufern und half so die Wege zu verkürzen.

Schönes Fest vor schöner Kulisse

Die Kulturnacht unter neuer Regie – für die Besucher blieb das kaum spürbar. Sie erlebten wieder einmal ein grosses Fest in einer noch lauen Sommernacht. Und das vor der malerischen Kulisse, für welche die Altstadt von Laufenburg bekannt ist.

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