Möhlin

Ein «Zückerli» aus dem Salzfonds – für den Steinkauz

Markus Kasper will die Artenvielfalt im «Melerfeld» fördern.

Markus Kasper will die Artenvielfalt im «Melerfeld» fördern.

Die Schweizer Salinen fördern das Projekt Biodiversität im Melerfeld.

«Als wir vom neuen Fonds der Schweizer Salinen erfahren haben, war das für uns eine willkommene Gelegenheit», sagt Markus Kasper, Co-Präsident des Vereins Natur- und Vogelschutz Möhlin. Dessen Projekt «Biodiversität im Melerfeld» gehört zu den ersten durch denn Fonds insgesamt 18 geförderten. Die meisten davon befinden sich noch in Planung.

Bei «Biodiversität im Melerfeld» aber konnten Kasper und seine Mitstreiter den Verantwortlichen der Schweizer Salinen schon Konkretes vorweisen, sind sie doch bereits seit 2018 aktiv. Fünf seltene oder schon vom Aussterben bedrohte Tierarten will die Initiative auf dem rund zehn Quadratkilometer grossen Melerfeld wieder heimisch machen. «Allen voran den Steinkauz, auf dessen Rückkehr wir schon seit Jahrzehnten warten», sagt Kasper. Bei der Feldlerche seien auf dem Melerfeld 1999 noch 30 Brutpaare gezählt worden, 2019 nur noch zwei. Für Kasper alarmierend. «Es gibt immer weniger Insekten und damit weniger Nahrung in der Luft, für mich der Hauptgrund für den Rückgang.»

19 Landwirte sind schon mit im Boot

Insgesamt etwa eine halbe Million Franken beträgt das Budget für das bis 2027 laufende Projekt – davon stammen 50000 Franken aus dem Fonds. «Das meiste Geld geht direkt an die beteiligten Bauern», berichtet Kasper. Dann, wenn sie in Brachflächen investieren, in denen Tiere Nahrung und Unterschlupf finden. 19 Bauern aus Möhlin, Wallbach und Zeiningen seien schon mit im Boot. Und es sollen noch mehr werden. Doch die Pflege der Brachflächen sei für sie aufwendig und arbeitsintensiv.

Einen Franken pro geförderter Tonne Salz – so speist sich der von den Schweizer Salinen Ende 2019 erstmals aufgelegte Naturfonds Salzgut. Ein siebenköpfiger Expertenrat hat die ersten 18 Projekte unter 22 Bewerbungen ausgewählt.

Speziell: Nicht nur Initiativen aus den direkten Abbaugemeinden der Salinen – in der Nordwestschweiz Pratteln, Muttenz, Rheinfelden und Möhlin – waren zugelassen. Auch Vorhaben aus weiter entfernteren Gemeinden – Fricktaler inklusive – hatten die Chance, sich zu bewerben. «Wir möchten mit dem freiwillig aufgelegten Fonds der ganzen Region etwas zurückgeben, auch als Ausgleich für die mit dem Salzabbau verbundenen Umwelteingriffe», betont Unternehmenssprecherin Nicole Riethmüller. «Jährlich stehen rund 400'000 Franken zur Verfügung», berichtet sie. In einer ersten Runde ist jetzt die Hälfte davon verteilt worden.

Markus Kasper lobt das Engagement der Schweizer Salinen als neu und vorbildlich. Sicher habe es auch mit dem Widerstand gegen neuerliche Bohrungen im Baselbiet zu tun (die AZ berichtete). Sicher sei es auch Öffentlichkeitsarbeit: «Aber wenn es unserer Arbeit nützt, profitieren doch beide davon. Eine echte Win-win-Situation.»

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