Rheinfelden
Ein Zentrum für Sicherheit: Polizei, Staatsanwaltschaft und Zivilschutz unter einem Dach

Die Staatsanwaltschaft, die Polizei und der Zivilschutz beziehen im Herbst den Neubau an der Riburgerstrasse. Dieser kostet rund elf Millionen Franken. Da die Polizei eingemietet ist, braucht es Räume für die Verhöre und extra Glasscheiben.

WALTER CHRISTEN
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Der Rohbau ist fertig, mit dem Innenausbau wurde teilweise begonnen: Neubau der Strafverfolgungsbehörden an der Riburgerstrasse in Rheinfelden.

Der Rohbau ist fertig, mit dem Innenausbau wurde teilweise begonnen: Neubau der Strafverfolgungsbehörden an der Riburgerstrasse in Rheinfelden.

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Im August/September ziehen die Strafverfolgungsbehörden in Rheinfelden weg aus dem Zentrum, hinaus an den Stadtrand: Staatsanwaltschaft, Kantons- und Regionalpolizei sowie die Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal werden in einem Neubau an der Riburgerstrasse unter einem Dach zusammengeführt. Das Kompetenzzentrum für Sicherheit und Ordnung entsteht an einem strategisch und verkehrstechnisch guten Platz.

Ende Mai 2014 begannen die Arbeiten für den Neubau, der auf rund elf Millionen Franken zu stehen kommt. Wie vom Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin zu erfahren war, werden derzeit die Fenster fertig eingebaut. «Die Innenausbauarbeiten haben teilweise begonnen und gehen nach Fertigmontage der Fenster richtig los.» Die Arbeiten stimmen mit der Planung überein und sind so weit fortgeschritten, dass der Neubau dieses Jahr termingerecht bezogen werden kann.

Die Polizei bleibt präsent

Wenn die Polizei im Zentrum ausgezogen ist, könnte die Bevölkerung den Eindruck bekommen, es sei niemand mehr da, der in der Altstadt für Recht und Ordnung sorgt. Dem ist aber nicht so, wie Recherchen ergeben haben. Die Polizei ist nach wie vor oft in der Stadt auf Patrouille; weder das Aufgaben- noch das Einsatzgebiet würden sich ändern.

Durch die Anpassung der Grundstruktur der Strafverfolgungsbehörden im Aargau durch den Grossen Rat ergab sich eine neue Verteilung der Standorte. Um die Platzierung der Staatsanwaltschaft im Fricktal entstand auf politischer Ebene ein zähes Ringen. Der Entscheid für Rheinfelden wurde erst nach einem längeren Evaluationsverfahren im September 2011 gefällt.

Die Ortsbürgergemeinde hat den Rohbau des Verwaltungsgebäudes auf dem Areal des Rheinfelder Werkhofs im Betrag von 7,1 Millionen Franken finanziert.

Edelrohbau finanziert

«Es handelt sich um einen sogenannten Edelrohbau», sagte Stadtschreiber Roger Erdin. «Es ist die Aufgabe der künftigen Mieter, den zu grossen Teilen spezialisierten Innenausbau zu realisieren und auch zu finanzieren.» In der Tat: Da die Polizei eingemietet ist, braucht es Verhörräume und extra Glasscheiben dazu. Der Kanton, der mehr als zwei Drittel der Flächen des Neubaus für die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft mietet, übernimmt deshalb auch die Kosten für den Innenausbau in der Höhe von 3,1 Millionen Franken.

Die übrigen Flächen des Gebäudes werden von der Stadt Rheinfelden gemietet und für die Verbundaufgaben von Regionalpolizei sowie Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal verwendet. Dabei muss die Stadt ihren Anteil des Innenausbaus vorfinanzieren. Es handelt sich um einen Betrag von 1,2 Millionen Franken.

Es wurde ein neuer Platz für die Staatsanwaltschaft benötigt, damit die beiden bestehenden Standorte Rheinfelden und Laufenburg zusammengeführt werden können. Aber warum wird auch die Polizei aus der Stadt ausquartiert? Dazu Roger Erdin: «Kantons- und Regionalpolizei befinden sich seit rund 10 Jahren im markanten Gebäude Marktgasse 1. Das Haus gehört der Einwohnergemeinde.» Die Polizeistelle genügt den Anforderungen an einen zeitgemässen Posten nicht mehr und erschwert schliesslich eine zweckmässige Organisation.

Die Liegenschaft soll nicht auf unbestimmte Zeit leer stehen. Roger Erdin: «Der Gemeindeverband soziale Fachbereiche des Bezirks Rheinfelden interessiert sich für das Gebäude, um seine sämtlichen Dienste unter einem Dach vereinen zu können. Der Entscheid, ob der Verband als Mieter infrage kommt, fällt in den nächsten Wochen.»

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