Oberhof
Ein Windpark könnte der Gemeinde tausende von Franken in die Kasse wehen

Stimmt der Souverän am 30. Januar in Oberhof dem Vertrag mit der Windpark Burg AG zu? Können die Windkraftanlagen überhaupt gebaut werden? Schon bald gibt es Antworten auf diese Fragen.

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Im Baselbiet könnte die Windkraft ein Viertel des Strombedarfs decken. Allerdings müssten dazu über 200 Turbinen aufgestellt werden.

Im Baselbiet könnte die Windkraft ein Viertel des Strombedarfs decken. Allerdings müssten dazu über 200 Turbinen aufgestellt werden.

Keystone

Es darf mit Vorbehalt gesagt werden, der Wind bläst Geld in die Kasse der Gemeinde Oberhof. Das trifft aber nur dann zu, wenn diverse Rahmenbedingungen erfüllt werden. Eine davon ist der Vertrag mit der Windpark Burg AG mit Sitz in Kienberg. Darf der Gemeinderat Oberhof das Papier unterzeichnen? An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom Mittwoch, 30. Januar, entscheiden die Stimmberechtigten darüber.

Ist ein Ja zum Vertrag auch ein Ja zum Windpark? Nein, ist es nicht. Sollte dem Vertrag zugestimmt werden, besteht später immer noch die Möglichkeit, die notwendige Teilrevision der allgemeinen Nutzungsplanung abzulehnen oder gar Einsprachen gegen das Bauvorhaben zu machen. Ausserdem steht zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht fest, ob der Windpark Burg überhaupt gebaut werden kann, weil die Resultate der Windmessung und verschiedener anderer Untersuchungen noch gar nicht vorliegen und nicht gesagt werden kann, ob der Wind dort oben auf der Jurahöhe ausreichend weht.

Lehnt die Gemeindeversammlung den Vertrag ab, geht der Gemeinderat Oberhof davon aus, dass die Windpark Burg AG ihre weiteren Planungen für den Solothurner Teil weiterführen wird und die Möglichkeit besteht, dass auf Kienberger Boden drei bis vier Windkraftanlagen realisiert werden.

Zwei Anlagen in Oberhof geplant

Aufgrund der Ausgangslage wäre es möglich, dass auf Solothurner Gebiet (Gemeinde Kienberg) drei Windkraftanlagen realisiert werden könnten. Immer unter der Voraussetzung, dass die Windmessungen gute Ergebnisse zeigen, die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) positiv ausfällt und schliesslich die Baubewilligung erteilt wird. Die beiden Windräder auf Gemeindegebiet von Oberhof sind für den Bau des Windparks nicht zwingend erforderlich und können nur gemeinsam mit den Kienberger Anlagen realisiert werden. «Damit eine Standortabgeltung erfolgt, ist es aus Sicht des Gemeinderats wünschenswert, wenn auch die Anlagen auf Oberhöfler Boden zu stehen kommen», wie es in der gemeinderätlichen Botschaft an die Stimmberechtigten heisst.

Die Entschädigung für Oberhof beträgt ab Abschluss des Vertrags bis und mit Erteilung der Baubewilligung jährlich 2500 Franken. Mindestvergütung in der Betriebsphase während der ersten 12 Jahre: 12 000 Franken pro Megawatt (MW) und Jahr. Ab Betriebsjahr 13 wären es 24 000 Franken pro MW und Jahr. Die Maximalvergütung ist mit 3,5 Prozent vom Erlös der Anlagen definiert, ab dem Jahr 13 mit 7 Prozent. (chr)