Sulz Laufenburg
Ein Wetteifern um den schönsten und kräftigsten Pfingstsprützlig

In Sulz weiss man, was man am Nachmittag des Pfingsttages tut: Man begleitet den Pfingstsprützlig und trifft sich dann auf dem Turnhalleareal zum gemütlichem Beisam-mensein. Auch viele «Heimwehsulzer» finden sich da regelmässig ein.

Dieter Deiss (Text und Fotos)
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Trinkpause vor dem Einmarsch auf dem Turnhalleplatz
8 Bilder
Schlussspurt auf dem Festareal
Ramon Weiss wird von seinem Laubkleid befreit
Mit Glockengebimmel begleiten die Schulkinder die Laubgestalt
Je mehr es am Dorfbrunnen spritzt, umso grösser der Applaus des Publikums
Sulz Pfingstsprützlig
Der Pfingstsprützlig zieht mit dem Nachwuchssprützlig durchs Dorf
Gespannt schauen sie dem Treiben zu

Trinkpause vor dem Einmarsch auf dem Turnhalleplatz

Dieter Spiess

Kinder, Jugendliche und zahlreiche Väter aus den drei Dorfteilen Bütz, Mittelsulz und Obersulz trafen sich auch dieses Jahr wieder am späteren Vormittag von Pfingsten an drei verschiedenen Treffpunkten. Gemeinsam zog man dann in den Wald hinaus. Hier hatte der Forst das benötigte Laubwerk bereitgestellt. Aus diesem Material wurden zunächst fein säuberlich sogenannte «Büscheli» gebunden. Der als Pfingstspützlig aus-erkorene Bursche musste nun mit Hilfe von Knebeln und Schnüren so vorbereitet wer-den, dass die Büscheli an ihm befestigt werden konnten. Für die Einkleider bedarf es dazu recht viel Geschick.

Eine schwerfällige Laubgestalt

Der fertige Pfingstsprützlig war nun aber derart unbeweglich und konnte zudem auch nicht durch sein Kleid hindurchsehen, dass er nur sehr schwerfällig gehen konnte und von zwei Kollegen an einem grossen Stecken geführt werden musste. Der Fussmarsch ins Dorf hinunter wäre ihm in dieser Aufmachung nicht zumutbar, weshalb man ihn kurzerhand auf einen Autoanhänger legte und so zum Ausgangspunkt des Umzugs führte.

Jeder der drei Pfingstsprützlinge zog nun zusammen mit seinen zwei Führungsleuten, begleitet vom Glockengebimmel der zahlreichen Kinder und Jugendlichen, von Brun-nen zu Brunnen. Bei jedem Brunnen wurde Halt gemacht und die Umzugsbegleiter sowie zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer scharten sich in sicherer Distanz um den Brunnen. Der Pfingssprützlig waltetete jetzt seines Amtes und peitschte unter Mit-hilfe seiner zwei Begleiter mit einer grossen Holzkelle das Wasser im Brunnen auf. Aktive Nachwuchsförderung betrieb übrigens die Gruppe von Mittelsulz, wo noch ein junger Pfingstsprützlig mitzog und so dieses Handwerk gleich praktisch erlernte.

Wetteifern der drei Dorfteile

Unterdessen hatte sich der Festplatz auf dem Turnhalleareal gefüllt. Punkt vier Uhr marschierten die vier Laubgestalten aus den drei Dorfteilen auf. Nun hiess es nochmals vor grossem Publikum zu zeigen, was man kann. Ein extra für diesen Anlass auf dem Platz aufgestellter Brunnen diente der Präsentation. War ein Pfingstsprützlig mit seinem Tun fertig, so wurde dies vom Publikum mit grossem Applaus und von den Kindern mit entsprechendem Glockengeläute quittiert. Auch der Nachwuchs aus Mittelsulz trat zum Spritzen an. Da er jedoch noch zu klein war, um seine Kelle ins Wasser zu schlagen, wurde er kurzerhand für die Verrichtung seiner Arbeit in den Brunnen gestellt. Anschliessend wartete man gespannt auf die Befreiung der Burschen aus ihrem äusserst unbequemen Laubkleid. Wer steckte wohl dahinter? Valentin Schraner (Bütz), Brian Rüede (Obersulz) und Ramon Weiss (Mittelsulz) mit seinem «Jungen», dem Schüler Oliver Schraner, wurde dieses Jahr die Ehre zuteil.

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