Laufenburg
Ein Wärmeverbund für die Laufenburger Altstadt

Eine gemeinderätliche Arbeitsgruppe unter Leitung vom Laufenburger Stadtammann Herbert Weiss präsentierte an einer Infoveranstaltung erste Vorschläge für das weitere Vorgehen in Sachen Wärmeverbund.

Dieter Deiss
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Förster Sebastian Meier (r.) gewährt einen Blick in den Schnitzelbunker des Sulzer Wärmeverbundes. dds

Förster Sebastian Meier (r.) gewährt einen Blick in den Schnitzelbunker des Sulzer Wärmeverbundes. dds

Dieter Deiss

Die Schaffung von Wärmeverbunden wurde im Rahmen der Entwicklungsplanung Laufenburg 2030 als eine von insgesamt neun Sofortmassnahmen bezeichnet. Eingeladen in die KulturWerk-Stadt Sulz zu einer Orientierung waren namentlich die direkt betroffenen Hausbesitzer im Bereich Oberer und Hinterer Wasen.

Zudem wollte man den Interessierten die Möglichkeit bieten, den Betrieb eines Wärmeverbundes vor Ort zu besichtigen. Im Ortsteil Sulz betreibt Laufenburg seit gut 15 Jahren einen Wärmeverbund, der zur vollen Zufriedenheit funktioniert.

Holz als Energielieferant

Förster Sebastian Meier erläuterte einleitend, dass der Wald der Ortsbürger Laufenburg jährlich einen Holzzuwachs aufweise, der einem Energiewert von rund 1,3 Millionen Liter Heizöl entspreche. «Unser Wald könnte einen grossen Beitrag zugunsten der Energiewende leisten!» fügte Meier an.

Danach gewährte er einen Blick in den Schnitzelbunker beim Schulhaus, wo die grünen und noch nassen Holzschnitzel direkt ab Wald eingelagert und dem Heizkessel im Keller des Schulhauses zugeführt werden. Reto Weiss, von der Weiss AG in Sulz, führte in die technischen Details der Anlage ein und zeigte die verschiedenen Ausbauschritte des Wärmeverbunds auf. Dank der energetischen Sanierung von Liegenschaften hätte man heute wieder zusätzliche freie Kapazitäten.

Hie bisherigen, von einer Interessengemeinschaft durchgeführten Arbeiten, fasste Richard Obrist, Mitglied der gemeinderätlichen Arbeitsgruppe, zusammen: Man habe im Rahmen der Sanierungsarbeiten im Unteren Wasen bereits zahlreiche Leitungen für einen möglichen Wärmeverbund eingelegt. Zudem erfolgte die Eingabe eines Vorprojekts für eine Heizzentrale in der Badstube.

Im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung des alten Grundbuchamtes, würde sich nun die Möglichkeit bieten, den dortigen grossen Gewölbekeller als Schnitzellager für eine Holzschnitzelheizung zu nutzen und gleich neben dem Gebäude eine Heizzentrale zu errichten. Diese einmalige Chance müsste man unbedingt nutzen, führte Obrist aus. Von hier aus könnte dann ein erster Teil des Wärmeverbundes für die Altstadt in den nächsten ein bis zwei Jahren realisiert werden.

Interessierte Hausbesitzer

Eine Umfrage bei den Liegenschaftsbesitzern habe ergeben, dass die heutigen Energiekosten bei durchschnittlich 20 Rappen je Kilowattstunde Wärmeproduktion liegen, meinte Obrist. Erste Berechnungen für einen Wärmeverbund kommen auf vergleichbare Kosten von rund 18 Rappen. Allerdings hänge der Preis letztlich sehr stark von der Anzahl Anschlüsse ab.

Von 19 Liegenschaftsbesitzern haben deren 18 im Rahmen einer, rechtlich allerdings unverbindlichen Absichtserklärung schriftlich bestätigt, dass sie ihre Liegenschaft an den Wärmeverbund anschliessen möchten. Die Diskussion zeigte dann freilich auf, dass es noch grosse Hindernisse zu überwinden gilt. So kommen namentlich auf diejenigen Besitzer, die über keine Heizradiatoren oder ähnliche Einrichtungen in ihrem Hause verfügen, noch zusätzliche Kosten hinzu.

Als Trägerschaft für den Wärmeverbund soll eine Genossenschaft gegründet werden, während die Elektra Laufenburg die Geschäftsführung übernehmen könnte, schlägt die Arbeitsgruppe vor. Stadtammann Herbert Weiss betonte, dass das weitere Vorgehen noch nicht im Detail abgesprochen sei.

Bisherige Studien würden zeigen, dass das Projekt finanziell tragbar sei. Bestimmt werde es keinen Anschlusszwang geben, obwohl die Gemeinde grundsätzlich einen solchen beschliessen könnte. Der Stadtammann gab sich zuversichtlich: «Wir sind auf dem richtigen Weg. Die Chancen der Realisierung stehen nicht schlecht!»

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