FC Wallbach
Ein verschworener Haufen will die Liga halten

Der FC Wallbach ist in die 2. Liga aufgestiegen und steht vor seinem ersten Heimmatch. Auch ohne bezahlte Spieler will der Aussenseiter den Abstieg verhindern.

Dennis Kalt
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Der FC Wallbach spielt gegen die Old Boys. (Symbolbild)

Der FC Wallbach spielt gegen die Old Boys. (Symbolbild)

Keystone

Dass nun ein anderer Wind weht, weiss Manuel Heiz. Das Vorstandsmitglied des FC Wallbach ist als Torhüter der ersten Mannschaft von der 3. in die 2. Liga aufgestiegen. «Das ist schon ein kleiner Sprung. Das Spiel ist schneller, athletischer und Fehler werden eher bestraft», sagt er. Mit dem Aufstieg in die 2. Liga ist der Verein aus dem Dorf mit knapp 2000 Einwohnern hinter NK Pajde, das in der 2. Liga interregional spielt, zusammen mit dem FC Frick der Höchstklassige im Fricktal. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Rheinfelden rund sieben Mal so viel Einwohner wie Wallbach hat, die erste Mannschaft des FC Rheinfelden jedoch lediglich in der 3. Liga spielt.

Auf Anhieb fällt auch Florian Guarda, Vereinspräsident und Mittelfeldspieler der ersten Mannschaft, dafür keine Erklärung ein. Er grübelt. Herausragende Einzelspieler habe man keine. «Letzte Saison hiess es, dass einige Spieler nicht 3.-Liga-tauglich seien. Jetzt kicken diese Spieler sogar in der 2. Liga», sagt er. «Wir sind halt einfach ein verschworener Haufen», legt Heiz mit einem Schmunzeln nach. Der Grossteil der Spieler steht seit etwa sechs Jahren zusammen auf dem Rasen und «keiner ist sich zu schade, für seine Teamkollegen Extrameter abzuspulen», so Heiz.

Fan-Eskorte zum Saisonauftakt

Dies wird auch am Samstag nötig sein. Dann steht mit dem Besuch der Old Boys aus Basel das erste 2.-Liga-Heimmatch der Saison an. «Die Vorfreude ist gross», sagt Heiz, der mit weit über 100 Zuschauern rechnet. Dies auch, weil bereits rund 50 Wallbacher Fans am letzten Samstag zum 2.-Liga-Eröffnungsmatch bei 35 Grad Celsius nach Riehen mitreisten und den Ausgleich ihres Teams in der 90. Minute bejubeln konnten. Die Fan-Eskorte sei schon ein Zeichen dafür, dass das Dorf ein wenig stolz darauf sei, einen Fussballverein in der 2. Liga zu haben, meint Guarda.

Um den Klassenerhalt zu schaffen, hat die erste Mannschaft ihr Trainingspensum von zwei auf drei Mal in der Woche erhöht. Klar ist jedoch, dass der 2.-Liga-Verbleib alles andere als ein einfaches Unterfangen wird. Zumal laut Heiz der FC Wallbach einer der wenigen Vereine sei, der für keinen seiner 2.-Liga-Spieler das Portemonnaie zücke. «Kleine Gehälter für einzelne Spieler oder eine Punkteprämie sind für Mannschaften in dieser Liga nicht ungewöhnlich», sagt Heiz. Auch der FC Wallbach habe nach seinem Aufstieg in die 2. Liga die Möglichkeit gehabt, Spieler für Geld zu verpflichten. «Es kamen zwei Anfragen. Ein Spieler meinte, dass er so und so viele Tore geschossen habe und für ein kleines Gehalt zu uns wechseln würde», erzählt Guarda. Zum einen widerspreche dies jedoch der Vereinsphilosophie der Gleichbehandlung, zum anderen sei man dazu finanziell auch nicht in der Lage.

Neben dem Projekt Klassenerhalt der ersten Mannschaft soll auch noch möglichst in dieser Saison der Bau des neuen Klubhauses starten. Hierzu hat der Souverän an der letzten Wintergemeindeversammlung einen Kredit in Höhe von 236 000 für die Erschliessung des Sportplatzes Buhnacker gesprochen. Die Gesamtkosten für das Projekt Klubhaus betragen zwischen 450 000 und 500 000 Franken.

Finanzierung ist auf gutem Weg

Für die Finanzierung muss der Verein rund 50 Prozent an Eigenkapital vorweisen. «Das Eigenkapital soll durch die Ausgabe von Anteilsscheinen à 250 Franken erreicht werden», erklärt Mario Scailoi, Leiter der Buhnacker-Kommission. Bisher sind rund 240 Anteilsscheine im Wert von 60 000 Franken gezeichnet worden. Etwa noch mal so viele müssen gezeichnet werden. «Wir planen, das notwendige Kapital bis Ende des Jahres zusammen zu haben, damit wir mit dem Bau im Frühjahr 2019 beginnen können», sagt Scaioli.

Erstes 2.-Liga-Heimmatch: FC Wallbach gegen BSC Old Boys, Samstag, 18. August, 18.30 Uhr, Sportplatz Buhnacker.