Mumpf

Ein Turm auf der Mumpfer Fluh soll eine schöne Aussicht garantieren

Die Illustration des Turms auf der Mumpfer Fluh stammt von Architekt Felix Hurt.

Die Illustration des Turms auf der Mumpfer Fluh stammt von Architekt Felix Hurt.

Die Aussichtsplattformen im Aargau sind zahlreich. Wer die Aussicht geniessen will, kann auf den Sonnenberg oder auf die Baldegg. Neu dazu soll ein Turm auf der Mumpfer Fluh kommen.

Wer auf einen der Aussichtstürme in der Region steigt, geniesst eine herrliche Rundsicht. Sei es auf dem Cheisacher oder auf dem Sonnenberg im Fricktal, auf der Baldegg bei Baden, auf dem Maiengrün in Hägglingen oder auf dem Homberg oberhalb des Hallwilersees, um nur einige zu nennen. Vielleicht kommt zu den bestehenden Aussichtstürmen im Aargau ein weiterer hinzu, nämlich jener auf der Mumpfer Fluh. Das Panorama von dort oben reicht vom unteren Fricktal dem Rhein entlang über Stein und das Sisslerfeld bis in den Schwarzwald.

«Der Bau eines Aussichtsturms würde der Mumpfer Fluh sicher zusätzliche Attraktivität verleihen», meinte der Obermumpfer Gemeindeammann Peter Deubelbeiss, mit dem sich «Der Sonntag» über entsprechende Ideen unterhalten konnte. Das betreffende Stück Land auf der Fluh befinde sich allerdings in Privatbesitz. Ein Baugesuch müsste bei der Gemeinde eingereicht und an den Kanton weitergeleitet werden, weil es sich um ein Gebiet ausserhalb der Bauzone handle, war vom Gemeindeammann weiter zu erfahren. Er stellte in Aussicht, dass allfällige Pläne mit einem wohlwollenden Begleitschreiben von Obermumpf nach Aarau geschickt würden.

Früher gab es bereits einen Turm

Eine gewisse Infrastruktur besteht übrigens bereits auf der Mumpfer Fluh, wird doch jeweils sonntags und an Feiertagen ein Kiosk betrieben, und ein kleiner Parkplatz konnte im Rahmen der Güterregulierung vor einiger Zeit ausgeschieden werden. Auf der Mumpfer Fluh hat es schon früher Bauwerke gegeben, wie überliefert ist. So eine römische Warte und eine Anlage im späten Mittelalter. Auf alten Postkarten ist ausserdem ein Turm auf der Fluh abgebildet, wie er nach der Jahrhundertwende um 1900 bestanden hatte. Die Turmkonstruktion überragt auf den Ansichtskarten aus der Zeit um 1910 den Wald sehr deutlich.

Im neuen Dorfmuseum in Mumpf ist der Turm auf der Fluh ebenfalls beschrieben. Gerhard Trottmann hat im Team beim Aufbau des Museums tatkräftig mitgewirkt und Unterlagen über den Turm zusammengetragen, die er unter anderem im Stadtarchiv von Mainz und im Aargauer Staatsarchiv in Aarau aufgestöbert hat. «Es ist erstaunlich, was ich entdeckt habe», stellte der Hobbyhistoriker und pensionierte Mumpfer Lehrer fest.

Der Erbauer des letzten Turms auf der Mumpfer Fluh war A. Meier, «Jägerstübli»-Wirt aus Stein. Er schrieb am 8. Juni 1905 dem Regierungsrat, er habe einen 18 Meter hohen, hölzernen Aussichtsturm erstellt. Inzwischen ist der Turm längst verschwunden. Wer noch Fotos von jenem Aussichtsturm besitzt oder sich bei einer allfälligen Rekonstruktion auf irgend eine Weise engagieren möchte, der kann sich per E-Mail (walter.christen@azmedien.ch) an die Redaktion wenden.

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