Gansingen
Ein tierisch guter Start ins Jubiläumsjahr

Das Dorf Gansingen feiert heuer seinen 775. Geburtstag. Auftakt dazu machte der Neujahrsapéro mit einem Überraschungsgast. Der international bekannte Hackbrettspieler Nicolas Senn hat seine Wurzeln in Gansingen.

Susanne Hörth
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Überraschungsgast mit Gansinger Wurzeln: Hackbrett-Virtuose Nicolas Senn begeistert das Publikum.

Überraschungsgast mit Gansinger Wurzeln: Hackbrett-Virtuose Nicolas Senn begeistert das Publikum.

Susanne Hörth

«Auch wenn nicht alles in unserer Macht liegt, so bleibt doch genügend übrig, das wir selber beeinflussen können», so Mario Hüsler. Gemeindeammann von Gansingen am späten Samstagnachmittag am gut besuchten Neujahrsapéro der Gemeinde. Ein selbst beeinfluss- und gestaltungsbares Projekt ist das Dorffest. Gansingen feiert heuer seinen 775. Geburtstag und dieser soll unter dem Motto «tierisch gut» mit einem dreitägigen Fest 28. bis 30. August gebührend gefeiert werden. OK-Präsident Thomas Szabo stellte am Neujahrsempfang nicht nur alle seine OK-Kolleginnen und Kollegen vor, er gab auch einen Ausblick auf das umfangreiche Programm. Wenn auch schon vieles organisiert wird, so sind weitere Ideen und Vorschläge aus der Dorfbevölkerung herzlich willkommen.

Fair scheint relativ

War zuvor bei Mario Hüsler Worten noch viel Begeisterung und grosse Erwartung an das Dorffest zu spüren, so gab der Gemeindeammann mit Blick in die politische Zukunft der Gemeinden einem Unwillen deutlich Ausdruck. So habe Gansingen wie viele andere aargauische Gemeinden auch zu Weihnachten dicke Post von der Aargauer Regierung erhalten. Es geht dabei um die Neuregelung des Finanz- und Lastenausgleichs (FLA).

«Mit dem neuen FLA soll unter anderem Gansingen mit 10 bis 12 Steuerprozenten mehr belastet werden. Darin enthalten sind über 100 000 Franken, die wir neu an die Sozialkosten anderer Gemeinden bezahlen dürfen», so Hüsler. «Ein Schelm, wer böses denkt» machte er deutlich, dass genau in dem Bereich, in dem die Kosten am Explodieren seien – im Sozialbereich – die Gemeinden vollumfänglich zahlungspflichtig werden. Fair und solidarisch soll neu anderen Gemeinden geholfen werden, die Sozialkosten zu bezahlen. «Aber ist es etwa fair, wenn einzelne Aufgabenbereiche wie die Sozialkosten solidarisch unter allen Gemeinden zu begleichen sind, auf der anderen Seite hohe Aktiensteuereinnahmen schön unfair bei der jeweiligen Gemeinde auf das Konto fliessen», fragte Hüsler. Zum Glück glaube er nicht mehr an den Weihnachtsmann. «Ich hoffe entsprechend stark auf den Osterhasen, damit dieser die Eier wieder fairer verstecken, beziehungsweise verteilen wird.»

Ein Musiker namens Senn

Von der politischen Ebene ging es dann zurück in die Gansinger Turnhalle, in der Mario Hüsler nun einen Überraschungsgast ankündigen durfte. Einer, der sich durch seine weltweiten Auftritte - unter anderem auf dem Kilimandscharo - bereits einen internal bekannten Namen als Hackbrett-Virtuose geschaffen hat. Der 25-jährige Nicolas Senn zeigte gleich zu Beginn seines Auftrittes, dass er nicht nur musikalisch viel zu bieten hat, sondern auch über hervorragende Qualitäten als Moderator verfügt. Er verstand es bestens, mit seinen breiten Musikrepertoire sowie passenden Sprüchen das Publikum ganz und gar in seinen Bann zu ziehen.

Ja und dann wäre da ja auch noch der Name Senn. «Wer so heisst, bitte die Hand nach oben.» Der Musiker hatte seine Aufforderung kaum ausgesprochen, schon gingen zahlreiche Arme aus dem Publikum nach oben. Ob sie alle mit dem Musiker verwandt sind, war nicht zu erfahren. Hingegen schon, dass der in der Ostschweiz wohnhafte Nicolaus Senn Bürger von Gansingen ist. Einfach tierisch gut, um beim Motto des Gansinger Dorffestes zu bleiben.

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