Rheinfelden
Ein Teil des «erfolgreichen Konzepts» ist im alten Polizeihaus einquartiert

38 Kunstschaffende zeigen in diesem Jahr ihre Werke in den «offenen Ateliers». Zwei der Künstler stellen im ehemaligen Polizeigebäude an der Marktgasse aus. Ihr Motto lautet «Zwischenbereich».

Heidi Rombach
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Die Laudatio hält Robert Conrad (links), Fritz Schaub und Doris Horvath freuen sich über das Gästeinteresse. ROM

Die Laudatio hält Robert Conrad (links), Fritz Schaub und Doris Horvath freuen sich über das Gästeinteresse. ROM

Von einem «erfolgreichen Konzept» sprach denn auch Michèlle Geser, im Kulturbüro für die Koordination der offenen Ateliers verantwortlich, und verwies in der eigens aufgelegten Broschüre auf das «enorme kreative Potenzial» in der Region.

Als spezielles Highlight darf die Ausstellung im ehemaligen Polizeihaus an der Marktgasse angesehen werden, wo Doris Horvath und Fritz Schaub von der Stadt als Hauseigentümerin die Chance erhielten, das mittlerweile leerstehende Gebäude für eine kurze Zeit mit Kunstwerken zu beleben.

Malerei und Objekte stehen unter dem tiefsinnigen Motto «Zwischenbereich». Zwischenbereich für die Nutzung, aber einstmals mussten die Polizeileute in den Räumen auch menschliche Zwischenbereiche bearbeiten.

Wechselhafte Hausgeschichte

Auf diese Zusammenhänge wies an der Vernissage Robert Conrad hin, bekannter Rheinfelder Stadtführer und Linguist, der in seiner Laudatio zunächst die Geschichte des markanten Gebäudes skizzierte.

Einst Hospiz und Bürgerspital «mit dem Zwischenbereich zum Sterben», dann Dependance des Solebadhotels «Krone», um ab 1895 während des Kraftwerkbaus insbesondere Ingenieure zu beherbergen. «Die haben damals intensiv gezockt, weshalb im Volksmund dann auch vom Kasino die Rede war», erzählte Conrad den staunenden Vernissage-Gästen.

Amüsant vollzog er den Übergang von den letzten Hausnutzern, also Kantons- und Regionalpolizei, zu den Kunstschaffenden: «Strafzettel schreiben muss im Hirn beginnen und in den Fingern enden.»

Genauso verhalte es sich mit künstlerischen Aktivitäten, denn Ideen entstünden im Kopf und verlangten schliesslich bei der Umwandlung viel Fingerfertigkeit und Kreativität in der Ausgestaltung eines Kunstwerkes mit unterschiedlichsten Materialen.

Doris Horvath und Fritz Schaub hätten mit den ihnen eigenen «Ansatzpunkten» Beeindruckendes geschaffen. «Bei Doris Horvath schmeckt man förmlich die Natur, bei dem viel gereisten Fritz Schaub sehe ich allein schon in der Farbgebung viel Afrika», so Robert Conrad.

Die Ausstellung «Zwischenbereich» im alten Polizeihaus an der Marktgasse ist mittwochs, donnerstags und freitags jeweils von 15 bis 17 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag jeweils 11 bis 17 Uhr.

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