Auf dem Grundstück der DSM Nutritional Products in Sisseln soll eines der grössten Holzheizkraftwerke der Schweiz entstehen. Seit 2012 sind die Planungen im Hintergrund im Gang. Im vergangenen Herbst fand eine erste Informationsveranstaltung für die Bevölkerung statt.

Und nun folgt der nächste Schritt: Ab kommenden Montag, 29. Juni liegt bis Ende Juli das Baugesuch für das Projekt auf – in Eiken, weil das Grundstück zum Eiker Gemeindebann gehört. Ebenfalls auf der Kanzlei einzusehen ist ein Bericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung.

60 Millionen Franken wollen Cofely Schweiz und das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) in das Kraftwerk investieren. Die beiden Unternehmen haben im vergangenen Jahr zu diesem Zweck eine Projektgesellschaft, die Energiepark Sisslerfeld AG, gegründet.

Holz aus der Region

Durch den Ersatz von Erdgas und Öl durch Holz könnten pro Jahr rund 48000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart werden, schreibt die Projektgesellschaft. «Die Energieproduktion mit Holz aus nachhaltiger Waldnutzung ist CO2-neutral.» Das Holzheizkraftwerk Sisslerfeld soll ausschliesslich mit waldfrischen Hackschnitzeln und unbehandeltem Resthölzern betrieben werden, die nicht für andere Holzanwendungen geeignet sind. Etwa schwächere oder beschädigte Stämme und Äste.

Das Holz – das versprachen die Initianten bereits an der Informationsveranstaltung im Herbst – soll dabei aus einem Radius von maximal 100 Kilometern bezogen werden. «In der Schweiz sowie im benachbarten Ausland ist das Potenzial für Energieholz bei nachhaltiger Nutzung noch nicht ausgeschöpft», schreibt die Projektgesellschaft.

Angeliefert wird das Holz in 25 Lastwagen täglich. Jeder 40. Lastwagen transportiert zudem 20 Tonnen Asche in regionale Deponien ab. Am Wochenende sollen keine Holzlieferungen erfolgen. Und mit der Anfahrt über den Autobahnzubringer würden die heutigen Wohngebiete nicht tangiert, heisst es vonseiten der Projektgesellschaft.

Grenzwerte unterschritten

Auch den Feinstaub müssten die Anwohner nicht fürchten: Die gesetzlichen Grenzwerte würden «mit Sicherheit deutlich unterschritten.» Der 140 Meter hohe Kamin bleibt in Gebrauch. Er sorgt für eine starke geografische Verteilung der Emissionen, sodass sich weder für die umliegenden Gemeinden noch für die weitere Umgebung eine wahrnehmbare oder gesundheitlich relevante Belastung ergeben soll.

Ab 2018 in Betrieb

Das geplante Holzheizkraftwerk gilt mit seinen Kennzahlen als eines der grössten in der Schweiz. Es soll jährlich 221 Gigawattstunden Dampf und 48 Gigawattstunden Strom produzieren. Der Dampf wird in das bestehende Netz der DSM eingeleitet.

Der Strom, mit welchem rund 17500 durchschnittliche Haushalte versorgt werden können, soll in das öffentliche Netz eingespeist werden. Das Baugesuch liegt bis zum 29. Juli in Eiken auf. Liegt die rechtskräftige Baubewilligung vor, will die Energiepark Sisslerfeld AG mit dem Bau beginnen. Inbetriebnahme wäre dann frühestens 2018.