Von der ersten Idee bis zur Umsetzung vergingen eineinhalb Jahre. Etwas stolz ist Thomas Greber, Vorstandsmitglied des Naturschutzvereins Hellikon, schon, dass heute in einer Woche der neue Rundweg «Spur zur Natur» eingeweiht wird. Für den Rundweg wurden an verschiedenen Stellen im Dorf 19 Holzstelen mit Tafeln aufgestellt, die dem Betrachter Informationen über Flora und Fauna geben, die er gerade vor sich findet. Um auf den Rundweg aufmerksam zu machen, werden an der Bushaltestelle Mitteldorf in einer Box Flyer bereitgelegt. Auf dem Flyer ist unter anderem eine Karte mit einer 2,5 Kilometer und einer 4,2 Kilometer langen Spur auf dem Rundweg abgebildet.

«Motivation für dieses Projekt war, das Interesse der Menschen an der Natur zu wecken und ihren Blick für sie zu schärfen», sagt Greber. Durch die jahrzehntelange Arbeit des Naturschutzvereins – die Pflege von Waldrändern, das Mähen von Magerwiesen, das Unterhalten von Feuchtstandorten oder das Betreuen von über 300 Nistkästen – sind in Hellikon mittlerweile an über 20 Standorten kleine ökologische Lebensräume entstanden, die jedoch von den meisten übersehen oder allenfalls en passant aus dem Augenwinkel wahrgenommen werden. «Die Informationsstelen signalisieren: ‹Bleib stehen, hier gibt es etwas zu entdecken›, erklärt Greber.

Der Nachwuchs ist willkommen

Weil die Holzstelen bereits seit rund drei Wochen stünden und Greber bereits viele positive Rückmeldungen aus dem Dorf erhalten habe, wisse er, dass das Projekt das Ziel, Interesse zu wecken, nicht verfehle. Ein weiteres Ziel sei es, für den Naturschutzverein Reklame zu machen. Zwar habe man 27 motivierte Mitglieder, die zur Pflege der Natur vornehmlich am Samstag Arbeitseinsätze leisteten, die meisten Mitglieder seien jedoch schon älter. «Jüngere Leute fehlen uns. Heutzutage ist das Freizeitangebot zu gross. Zudem will man nur noch selten Verpflichtungen eingehen», sagt Greber. So möchte man mit den Informationstafeln zeigen, was man mit der Arbeit im Naturschutz bewirken kann und damit auch jüngere Leute zum Mitmachen animieren.

Ein Beispiel hierfür ist der im «Wärchhof» aus Ästen und Zweigen aufgeschichtete Wall, der für Vögel als Sitzwarte dient. Mit Vogelkot und Wind werden Samen von Heckensträuchern eingetragen, die im Gestrüpp keimen. So entsteht eine lebendige Hecke, in der Sträucher aus der Umgebung vorkommen. Schon in der neu angelegten sogenannten Benjeshecke finden über 20 verschiedene Brutvogelarten Schutz und Nistmöglichkeiten. Aber auch Säugetiere wie Hase, Igel, Dachs, Mauswiesel und Mäuse finden darin Unterschlupf und Nahrung. Das vorhandene Totholz ist zudem für viele Käfer wertvoller Lebensraum. «Falls einige sich bisher gefragt haben, wieso hier ein Ast- oder dort ein Steinhaufen in der Landschaft liegt, wird ihnen nun vor Ort die Frage beantwortet», sagt Greber.

Einweihungsfeier «Spur zur Natur»: Freitag, 25. Mai, 18.30 Uhr, Vorplatz Schreiner Pius Schlienger, Hellikon.