Es ist kaum vorstellbar, dass ein Erfinder, der bisher einen mannshohen Zigarrenanzünder, einen vollautomatischen Kartoffelschäler oder einen nicht funktionierenden Massage-Sessel erfunden hat, tatsächlich einen Roboter erfinden kann, der den hohen Ansprüchen der heutigen Zeit gerecht wird. So erstaunt es auch nicht, dass mangels Einnahmen die Zwangsversteigerung des Hauses von Erfinder Thomas Studacher (Peter Schlienger) und seiner fürsorglichen Schwester Erika (Christel Wernli) droht.

Als der liebeskranke und etwas unbeholfene Gemüsehändler Röbi Schifferli (Markus Hofmann) Fräulein Erika seine Liebe gestehen will, wird er kurzerhand von ihrem Bruder Thomas dazu überredet, in die Rolle seiner defekten Erfindung zu schlüpfen und als Roboter R2-04-QX5 zu agieren. Um die Versteigerung des Hauses und damit einen möglichen Wegzug seiner grossen Liebe zu verhindern, lässt er sich darauf ein und wird von den verschiedenen Kaufinteressenten auf Herz und Nieren geprüft.

Erfahrene Regisseurin

Das siebenköpfige Ensemble des Theatervereins Stein hat unter der Leitung von Esther Ammann Mitte August mit den Proben für «Alles erfunde» begonnen. Zu diesem Zeitpunkt kannte sich ein Grossteil der Spielerinnen und Spieler noch nicht. Nun ist aus einem bunten Haufen Theaterbegeisterter eine Einheit geworden.

Das hängt vor allem mit der langjährigen Erfahrung von Esther Ammann zusammen. Sie führt in Stein bereits zum 25. Mal Regie. Von sich selbst sagt sie, dass sie «diese Aufgabe lebt und liebt» – eine Tatsache, die zum Gelingen dieser Produktion viel beigetragen hat. Auch an der Disziplin und dem Einsatzwillen der Spielerinnen und Spieler fehlte es nicht.

Hier ist die Rollenverteilung von grosser Bedeutung: Kann sich jemand mit seiner Figur identifizieren und liebt er es in sein Bühnen-Ego zu schlüpfen, kommt das Engagement meist von alleine. Besonders hervorzuheben sind dabei Markus Hofmann als Gemüsehändler und Peter Schlienger als Erfinder, deren Charaktere ihnen auf den Leib geschrieben scheinen.

Am Wochenende fanden die ersten beiden Vorstellungen von «Alles erfunde» statt. Am kommenden Wochenende folgen drei weitere Vorstellungen: am Freitag, 19. und Samstag, 20. Januar jeweils 20 Uhr sowie am Sonntag, 21. Januar, 14 Uhr. (az)