Oberhof
Ein Refugium für Glögglifrosch und Gelbringfalter

Selten gewordene Tiere und Pflanzen in der Region sollen erhalten und gefördert werden. Ein solches Artenförderungsprojekt hat zum Ziel, die Wittelweiher in Oberhof aufzuwerten.

Walter Christen
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Artenförderungsprojekt hat zum Ziel, die Wittelweiher in Oberhof aufzuwerten
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Steinhaufen für die Kleinlebewesen aufgeschichtet
Neben dem stehenden Gewässer fliesst der Bach vorbei
Igel, Schnecken und Amphibien haben bei den Wittelweihern ein Refugium
Im Schilf finden die Tiere Unterschlupf

Artenförderungsprojekt hat zum Ziel, die Wittelweiher in Oberhof aufzuwerten

Walter Christen

Die Geburtshelferkröte (Glögglifrosch), der Gelbringfalter, Wasserläufer, Blindschleiche, Igel, Fuchs und Reh sollen an den Wittelweihern in Oberhof ein Refugium erhalten. Das Artenförderungsprojekt „Dreigespanne im Dreiklangland" des Juraparks Aargau verfolgt das Ziel, typische, aber selten gewordene Arten in der Region zu erhalten und zu fördern. Dazu gehören verschiedene Amphibienarten, Insekten und Pflanzen, etwa die Küchenschelle, der Gelbringfalter und die Geburtshelferkröte, eine gemäss Rote Liste der Schweiz stark gefährdete Art. Bei der Suche nach Standorten der Geburtshelferkröte wurde ein Vorkommen bei den Wittelweihern in Oberhof entdeckt.

Weiher im Jahr 1976 angelegt

Über einen Kilometer vom Dorf entfernt, an der Pilgerstrasse, befinden sich die Wittelweiher, die im Jahr 1976 angelegt wurden. Regen- und Bachwasser sorgen für die Bewässerung der idyllisch gelegenen Weiher, die inmitten einer Waldklus ein ideales Feuchtbiotop bilden. Ein schöner Rastplatz mit Feuerstelle ist im Nahbereich der Weiher vorhanden, wo jeweils an Maria Himmelfahrt bei schönem Wetter ein ökumenischer Gottesdienst stattfindet.

Als Laichgewässer dienen die beiden Weiher, die aber fast jedes Jahr unter hohem Nährstoffeintrag leiden. Die Lebensbedingungen für den Glögglifrosch zu verbessern, ist daher seit 2009 ein Anliegen des Artenförderungsprojekts. Schon länger besteht eine Projektidee des zuständigen Forstbetriebs, an diesem Standort oberhalb der Gewässer eine Bachaue einzurichten und die angrenzende Wiese vom Bach zeitweise überschwemmen zu lassen, um den Nährstoffeintrag in die Weiher zu verringern.

Bei Regenzu viele Nährstoffe in den Weiher

Bei starken Niederschlägen bringt nämlich der Bach grössere Mengen an Nährstoffen in die Weiher. Dies stellt eine Bedrohung dar für die Entwicklung der Larven, die sich in den Gewässern befinden. Durch die Überleitung des Bachs über die oberhalb gelegene Wiese, könnte diese Situation entschärft werden, indem die im Wasser enthaltenen Nährstoffe auf der vorgelagerten Fläche abgelagert werden und nur noch in geringer Konzentration in die Laichgewässer gelangen.

Ebenso kommt nach Vorstellung der Projektverantwortlichen durch die Überleitung des Bachs eine Dynamik in Gang, die neue Lebensräume kurzfristig entstehen, aber auch wieder aufheben lässt, eine nur noch sehr selten anzutreffende Landschaftsform. Im unteren Teil der Fläche wird der Bach wieder mit Hilfe eines kleinen Damms zurück ins Bachbett geleitet. Der obere Weiher (südlicher gelegen) wird ebenfalls Teil dieser Auendynamik und mit der Zeit vermutlich sogar verlanden. Das zweite Gewässer wird etwas nach Osten verschoben und die undichte Folie durch kalkstabilisierten Lehm ersetzt.

Schliesslich wird auch noch ein Waldweiher, der weiter nordöstlich liegt, leicht aufgewertet. So stehen auf kleinstem Raum drei verschiedene Gewässertypen zur Verfügung.

Gemeindeanteil maximal 6000 Franken

Die Umsetzung des Vorhabens ist eine Zusammenarbeit der Sektion Wasserbau der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons, der Sektion Natur und Landschaft, des Forstbetriebs Wölflinswil-Herznach-Oberhof-Ueken-Staat Aargau, der Abteilung Wald des Kantons Aargau, des Vereins Hot Spots und der Artenförderung des Juraparks Aargau. Für die Gemeinde Oberhof fallen mit diesem Projekt Kosten in Höhe von maximal 6000 Franken an.

Das Baugesuch liegt noch bis zum 29. Oktober in der Gemeindeverwaltung öffentlich auf.