Die beiden Grimmer-Liegenschaften – die ältere stammt aus dem 15. Jahrhundert, die jüngere aus den 1950er-Jahren – gehören zusammen mit der Grimmermatte zum Laufenburger Schlossberg-Ensemble. «Die beiden Gebäude sind mit der Zeit zu einer Einheit geworden», sagte Architekt Lorenz Wyss am Donnerstag an einer Infoveranstaltung zur Ortsbürgergemeindeversammlung vom 19. November.

Das Architekturbüro Wyss + Santos hatte gemeinsam mit der Erne AG am Studienauftrag teilgenommen und war im März 2017 als Sieger hervorgegangen. Inzwischen sind die Planungen soweit abgeschlossen, dass die Ortsbürger über den Baukredit in der Höhe von 4,22 Millionen Franken befinden können. Das Projekt sieht eine Dreifach-Nutzung vor: Zum einen soll im Erdgeschoss des neueren Teils das regionale Zivilstandsamt mit Büros und einem neuen Trauungsraum mit direktem Zugang zur Grimmermatte einziehen. Weiter sollen im neueren Teil fünf 3,5- und zwei 2,5-Zimmer-Wohnungen entstehen. Im Gebäude aus dem 15. Jahrhundert ist zudem ein Gästehaus mit neun Zimmern geplant.

Diese Trio-Nutzung sei in allen Studien empfohlen worden, betonte Vizeammann Meinrad Schraner. «Wir sind überzeugt, dass es ein Projekt mit Leuchtkraft ist.» Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass mit dem Projekt eine jährliche Nettorendite von gut 43 000 Franken erwirtschaftet werden kann. «Hinzukommen dann noch die Steuereinnahmen der Bewohner der sieben Wohnungen», so Schraner.

Struktur bewahren

Geplant ist laut Wyss, die bestehende Struktur der beiden Liegenschaften «zu bewahren und zu respektieren». Abgebrochen werden soll einzig der Garagenkomplex. Dort ist ein Pavillon geplant, der als Eingangsbereich des regionalen Zivilstandsamts dient. Während sich das äussere Erscheinungsbild der beiden Liegenschaften nicht gross verändern wird, soll der Pavillon moderner daherkommen und als Neubau erkenntlich sein, so Wyss. Bei einem Ja zum Baukredit rechnet Schraner mit einem Baustart im Mai 2019. Die Eröffnung würde dann im Juni 2020 stattfinden. Bis dahin wollen die Verantwortlichen alles so aufgleisen, «dass ab dem ersten Tag Leben in der Liegenschaft herrscht», so Schraner.

Aus dem Plenum kamen Fragen zur Parkplatzsituation für Mieter und Gäste. Wie Schraner ausführte, sollen diese auf dem Parkplatz Burgmatt Nord, der im Besitz der Ortsbürger ist, reservierte Plätze erhalten. Andere Votanten erachteten die Balkone der Wohnungen als zu klein und stellten Fragen nach der Wärmedämmung. Das vorliegende Projekt sei so ausgestaltet, dass eine Rendite möglich sei, betonte Schraner. Mit komfortablerer Ausstattung hätte man das Kostendach nicht einhalten können.

Auf die Frage nach dem weiteren Vergabeverfahren antwortete Schraner, dass die Wettbewerbssieger, das Team Erne AG/Wyss + Santos, für die Architekturarbeiten und die Bauleitung eingeplant sei. Für die Handwerkerleistungen werde das einheimische Gewerbe eingeladen und die Ortsbürger bestimmten bei der Auftragsvergabe mit.