Volles Haus für die Organisatoren, ein traditionell liebevoll geschmückter Saal zum Thema «Paradies» und Schnitzelbänke, die Späne fliegen liessen: Das war die Eröffnung der Herznacher Fasnacht. Für musikalischen Schwung sorgten Seve, Geri und Vik. Ein Wermutstropfen war jedoch dabei: Die Herznacher Rüebli, seit Jahren ein sicherer Wert an der Fasnacht, wollen aufgeben. Ob es ihnen dabei ernst ist? Das Oberrüebli jedenfalls zeigte als «Pensionär» in einem Soloauftritt, dass das Fasnachts-AHV-Alter noch nicht erreicht ist. Umso mehr als er auf eine gesunde Lebensweise umgestellt hat.

So bleibt die Hoffnung, dass die Herznacher Rüebli, die die Szene im Staffeleggtal seit Jahren präzis beobachten, der Fasnacht erhalten bleiben. Diesmal richteten sie ihren humorvollen Strahl insbesondere auf Ereignisse in den Nachbargemeinden. Den Ueker Silbermünzen-Fund etwa kommentierten sie wie folgt:

Wahnsinn – riese Sensation!

Uf em Chornberg vergrabt eine sin Lohn!

S isch zwar nid erscht geschter gsi.

Nei, öppe 1700 Johr sind sidhär verbii.

De Loosli findt en grosse Schatz,

Und scho stohts Färnseh uf em Platz.

Verbreitet uf de ganze Wält,

Wo gfunde worde isch alts Gält.

En Riesesach – über 4000 Stückli!

Z Ueken unde wäres glückli,

Mer chönnt us dem richtige Batzeli mache.

Viellicht würde si denn sogar übers

abverheite Budget lache.

S Rätsch-Wiib, das sich seit dem Erstauftritt mit Karli vor einem Jahr zum Rätsch-Ueli umwandeln liess, thematisierte den Silberfund auf seine Art:

Dr Loosli chrampfet uf em Fäld und muess go brünzle.

Do glänze uf em Muulwurfshügel lutter Münze.

Ich hoff er heig nit zvill mit Suurem proschtet,

Nid dass dä schöni Schatz eus zletscht no zämeroschtet.

Die geplante Deponie im Buech wurde von beiden Gruppen aufs Korn genommen. De Rätsch-Ueli:

Im Buech do plant me jetzt e Deponie.

Das bringt denn Herznach finanziell öppis i.

D Ueker verfolge das vo äne i de Lööre

Und luege wieder einisch meh ganz tief i d Röhre.

Nicht in die Röhre guckte Hunzi (Steinstösser Simon Hunziker), der ganz gross «im Stoos» war und Rätsch-Ueli beeindruckte:

Er isch Schwizermeischter und ghört zu de Grosse,

Enorm wie wit dr Hunzi mit däm Stei cha stosse.

Er stosst der grossi Mocke witter als de Räschte,

I ha bim aluege vom Stei scho Ruggebräschte.

Ja, und was würden die Schnitzelbänkler wohl machen, wäre da nicht noch der Reto vom Staffeleggtal. Zum Abschied widmeten die Herznacher Rüebli ihrem Dauergast einen Reim:

Wenn Märt isch z Frick sind Strosse gsperrt.

Das isch jetz jo nid so verchert.

Doch eine schisst das zimmlich a,

Drum het är en Abchürzig gno.

Gheit de Blinker use bim A3

Und startet dure 1 – 2 – 3.

Dänkt, über de Radwäg giengs doch au,

Aber das isch ebe nid so bsunders schlau.

Denn z Frick ond stönd sini Tschuggerkollege

Und är muess als Buess 100 Stutz härelege.

Im Reto vo Ueke gfallt das nid eso.

Aber mir Rüebli – mir sind schon no froh.

De Reto isch eifach ein vo de liebe Sieche.

Mir wüsste nämmli nid was mer suscht mit

dere Schnitzelbank mieche.

Mit dem Schnitzelbank-Abend am Donnerstag wurde die Herznacher Fasnacht offiziell eröffnet. Heute Samstag findet die Kinderfasnacht statt (14 Uhr im Gemeindesaal). Am Abend (ab 20 Uhr, ebenfalls Gemeindesaal) ist der Herzliball angesagt.