Rheinfelden

Ein Paradies für Eisenbahn-Fans: 2466 Artikel zu ersteigern

Stefan und Ursula Stöckli präsentieren Sammlerstücke, die am Freitag und Samstag versteigert werden.

Stefan und Ursula Stöckli präsentieren Sammlerstücke, die am Freitag und Samstag versteigert werden.

Das Auktionshaus zum Dorenbach ist das einzige seiner Art in der Schweiz. Hier werden ab Freitag bis Samstag diverse Gegenstände versteigert.

Die Regale im Auktionsraum sind mit Modell-Lokomotiven und -Eisenbahnwaggons unterschiedlichen Massstabs gefüllt. Die einen sind aus Messing, andere aus Kunststoff. Manche weisen deutliche Gebrauchsspuren auf, viele sind fast neuwertig. Am Freitag und am Samstag suchen sie neue Besitzer. Dann steht Stefan Stöckli auf dem Podium und schwingt den Auktionshammer. «Allerdings nicht bei jedem Artikel», sagt er schmunzelnd, «es sind fast 1500, das wäre nicht gut für meine Schulter und für den Tisch.»

Vom Kunden zum Inhaber

2008 hat Stöckli, der Modelleisenbahn-Fan und -Sammler, das Auktionshaus zum Dorenbach übernommen. «Vorher war ich lange Kunde», sagt der ehemalige Banker, «dann habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.» Seine erste Modelleisenbahn habe er im Alter von drei oder vier Jahren erhalten, erinnert er sich, «und 1980 habe ich zu sammeln begonnen». Mittlerweile arbeitet auch seine Frau Ursula Vollzeit im Geschäft mit.

«Ich bin über meinen Mann reingerutscht, als Kind haben mich Modelleisenbahnen nicht gross interessiert», sagt sie. 2014 haben die Stöcklis das Auktionshaus von Basel nach Rheinfelden an den Erlenweg 5 verlegt. Viermal pro Jahr findet eine Auktion statt.

Morgen und übermorgen stehen knapp 3000 Artikel zum Verkauf – neben Lokomotiven und Waggons auch Bahnhofsgebäude, Schienen oder Lampen, aber auch Eisenbahnliteratur, Holzspielzeug, Modellautos oder Puppen. «Das Kerngeschäft sind aber ganz klar die Eisenbahnen», sagt Ursula Stöckli. «Wir versteigern die Artikel in Kommission», erklärt Stefan Stöckli.

Die sogenannten «Einlieferer» seien meist Witwen von verstorbenen Sammlern oder Modelleisenbahn-Fans, die vom Einfamilienhaus in eine Wohnung ziehen. Der Nachschub sei kein Problem, so Stefan Stöckli, «schwieriger ist es, neue Käufer zu finden.» Denn: Immer weniger Kinder werden mit dem Eisenbahn-Virus infiziert.

«Früher hatte es in einem Spielzeugprospekt noch zig Seiten mit Modelleisenbahnen, heute ist es meist gerade noch eine», sagt Stefan Stöckli. Mittlerweile ist das «Zum Dorenbach» denn auch noch das einzige Auktionshaus in der Schweiz mit dem Fokus auf Modelleisenbahnen.

«Deshalb sind wir in der Szene auch bekannt», so Stefan Stöckli. Die Kunden kommen aus der ganzen Schweiz, aber auch Liebhaber und Sammler aus Deutschland, Schweden oder gar den USA kaufen in Rheinfelden ein.

Höchstpreis: 52 000 Franken

Knapp 100 von ihnen werden morgen und übermorgen nach Rheinfelden pilgern und mitbieten. Andere haben bereits schriftliche Gebote abgegeben. «Meist sind es grosse Buben», sagt Stefan Stöckli lachend – sprich Männer ab 40, «vielfach Akademiker». Denn die Sammlerstücke haben ihren Preis.

«Bei der aktuellen Auktion gibt es einige schöne Artikel mit einem Ausgangspreis von 1000 bis 3000 Franken», so Stöckli. Vor einigen Jahren hat er gar einmal ein Zollrevisions-Gebäude für 52 000 Franken verkauft. «Das war aber wirklich eine Rarität, solche Preis-Dimensionen sind die Ausnahme», so Stefan Stöckli.

Er betont aber auch: «Wir haben auch viele Stücke ab 50 oder 100 Franken.» Gerade für Neueinsteiger sei deshalb das Auktionshaus ein guter Ort, um einzukaufen. «Im Internet ist alles deutlich teurer», so Stöckli.

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