Mettauertal
Ein Ortsteil kämpft um seine Schule – jetzt steht das Referendum

Bereits sind genügend Unterschriften gegen die Schliessung des Schulstandortes Etzgen und den Erweiterungskredit für die Schule Wil beisammen. Diesen Entscheid hatte die Gmeind von Mettauertal ganz knapp gefällt.

Susanne Hörth
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Die Gemeindeversammlung hat sich mit nur zwei Stimmen Unterschied gegen den Erhalt der Schule Etzgen entschieden.

Die Gemeindeversammlung hat sich mit nur zwei Stimmen Unterschied gegen den Erhalt der Schule Etzgen entschieden.

Thomas Wehrli

Das Wort Referendum fiel noch am Abend des 10. Juni. Nach intensiven und heftigen Diskussionen hat die Mettauertaler Gemeindeversammlung mit 220 Ja- zu 218 Nein-Stimmen die Schliessung des Schulstandortes im Ortsteil Etzgen beschlossen. In der Fusionsgemeinde besuchen zurzeit rund 140 Lernende die beiden Dorfschulen in den Ortsteilen Etzgen und Wil. Aus Kostengründen hatte der Gemeinderat beantragt, sich künftig nur noch auf den Standort Wil zu beschränken.

Die Interessengruppe, die sich bereits Vorfeld für den Erhalt der Etzger Schule eingesetzt hatte, begann umgehend mit der Unterschriftensammlung. Zum einen gegen den Etzger Schliessungsentscheid, zum anderem gegen den beschlossenen Projektierungskredit von 260 000 Franken für die Erweiterung der Schule Wil. Für das Zustandekommens des Referendums wären rund 280 gültige Unterschriften nötig. Heinz Zumsteg, IG-Mitglied und ehemaliger Etzger Gemeinderat, erklärt gegenüber der az, dass zurzeit mehr als 300 Unterschriften zusammen sind. Aus dem Ortsteil Etzgen hätten fast lückenlos alle Stimmberechtigten unterschrieben. Das bestätigt auch Thomas Vetter, ebenfalls IG-Mitglied und alt Gemeinderat von Mettauertal. Er erklärt, dass es auch aus den anderen Ortsteilen viel Unterstützung gegeben habe.

«Ich bin sehr froh, dass nach der äusserst knappen Entscheidung an der Gemeindeversammlung nun noch einmal an der Urne abgestimmt werden kann», betont Roland Kaufmann, IG-Mitglied und alt Gemeindeammann von Etzgen. «Das ermöglicht auch Stimmbürgern ihre Meinung abzugeben, die nicht an der Gemeindeversammlung teilnehmen konnten», ergänzt Vetter.

Überzeugende Argumente

Die IG ist davon überzeugt, mit sachlichen Argumenten nicht nur die Stimmbürger aus dem Dorfteil Etzgen für ihre Argumente zugunsten der beiden Schulstandorte zu überzeugen. «Wir haben eine gut funktionierende Lösung, Schüler und Lehrer sind zufrieden. Diesen Fakten wird eine Mehrheit der Mettauertaler Stimmbürger folgen», sagt Kaufmann. Diese Zuversicht teilen auch Zumsteg und Vetter.

Ist es gut, dass nach nur zwei Stimmen Unterschied über das Vorhaben nochmals abgestimmt wird? Darauf Gemeindepräsident Peter Weber: «Grundsätzlich ist auch ein knapper Entscheid demokratisch, vor allem wenn die Stimmbeteiligung so hoch war.» Es sei aber klar, dass es für die zukünftige Zusammenarbeit unter den Ortsteilen besser wäre, ein eindeutigeres Resultat zu haben. «Der Zeitverlust von zirka sieben Monaten, der durch diese Abstimmung verursacht wird, ist natürlich schade.» Eine Prognose über den Urnenausgang zu machen, wagt Weber nicht. Er kann sich gut vorstellen, dass es wieder knapp wird. Der Gemeinderat werde mit jedem Ergebnis leben können.

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