Die Maschinen, die auf dem ehemaligen Salmen- und Cardinal-Gelände arbeiten, sind gewaltig. Bis auf den Malzturm und das Waldhaus sind die alten Gebäude abgerissen. Schon ist die Baugrube ersichtlich, wo bald der neue Salmenpark stehen soll.

Die tonnenschweren Bagger machen auch Thomas Kraft, Direktor Asset Management bei Bauherrin PSP Swiss Property, Eindruck. „Wenn aus Planung Realität wird, steigt die Spannung. Dann sieht man, was man geplant hat", sagte er am Spatenstich am Donnerstag.

Zehn Jahre Planung

Zehn Jahre Planung stecken in dem Projekt mit dem geschichtsträchtigen Namen „Salmenpark". Am 6. September 2002 wurden in der Brauerei Cardinal die letzten 230‘000 Flaschen Bier abgefüllt. Damit wurde das letzte Kapitel der 118-jähirgen Geschichte des ehemaligen „Salmenbräu" abgeschlossen.

Während das Brau- und Abfüllvolumen von Cardinal ins Feldschlösschen beziehungsweise in die Brasserie du Cardinal nach Freiburg verlegt wurden, begannen in Rheinfelden die Planungen für die Zukunft des Areals zwischen Baslerstrasse und Rhein. In einer Markt- und Standortanalyse legte man sich auf neun Entwicklungsziele fest.

Malzturm statt Gärkeller

Sechs der neun Ziele bezeichnet Thomas Kraft heute als „voll erfüllt." Einzig die alten Gärkeller konnten nicht wie ursprünglich gewünscht erhalten und einer anderweitigen Nutzung zugeführt werden. Für ein Thermalbad, wie es andernorts in Gärkellern entstanden ist, bestehe in Rheinfelden kein Bedarf. Die nötigen baulichen Massnahmen für die Erdbebensicherung hätten den Kellern zudem „viel von ihrer Schönheit genommen", erklärte Kraft.

So ist es heute vor allem der Malzturm, der noch an die Geschichte des Geländes erinnert. Er wird in Zukunft Platz für neun Eigentumswohnungen mit Loftcharakter bieten - auch das einer der Gründe, die für den Erhalt des Turms sprachen.

Historie und Wirtschaftlichkeit

Wäre er nämlich komplett abgerissen worden, hätte ein Neubau aus baurechtlichen Gründen nur maximal fünf Stockwerke hoch sein dürfen. Der mehr als doppelt so hohe Malzturm aber bietet „sehr attraktiven Wohnraum", wie Kraft sagt. „Der Erhalt hat also auch seine Gründe in der Wirtschaftlichkeit."

Ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Mammut-Projekt Salmenpark in zwei Etappen aufgeteilt. Der Donnerstag markierte den Startschuss zur ersten Etappe. Bis 2016 ist diese Etappe abgeschlossen.

Anschliessend oder schon während der ersten Etappe soll dann auch die zweite Etappe beginnen. „Das kommt darauf an, wie der Verkauf der Wohnungen läuft", erklärt Thomas Kraft. Momentan sei man zuversichtlich, das Interesse sei gross. „Aber Rheinfelden hat einen beschränkten Markt und es sind sehr viele Wohnungen auf einmal."

Wohnungen und Pflegeheim

150 Miet- und Eigentumswohnungen sind es insgesamt, mit zwischen 2,5 und 5,5 Zimmern. Daneben sind ein Coop-Einkaufszentrum, Dienstleistungsflächen, eine Tiefgarage sowie ein Alters- und Pflegeheim geplant. Dieses wird 2015 eröffnet und soll 100 Pflegeplätze - überwiegend in Einzelzimmern - bieten. Neben der Langzeitpflege sind auch Ferien- und Tagesaufenthalte sowie Übergangspflege und eine Demenzabteilung mit 22 Betten vorgesehen.

An das Heim angegliedert entstehen im selben Haus 26 altersgerechte Wohnungen unter anderem mit einem hausinternen Spitexdienst. Das Großprojekt Salmenpark hat ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 240 Millionen Franken.

„Wichtiger Spatenstich"

Stadtpräsident Franco Mazzi ist überzeugt: „Das ist ein Spatenstich, der für Rheinfelden wichtig ist." Nicht nur, weil das 70 000 Quadratmeter grosse Areal rund 2 Prozent der gesamten Bauzone Rheinfeldens ausmacht. „Rheinfelden als wachsender Standort braucht neuen Wohn- und Arbeitsraum - sonst erlischt der Markt", sagte Mazzi.

Ausserdem verbinde der Salmenpark die Altstadt mit dem Quartier Augarten. Die neuen Spielplätze, Einkaufszentren und die Rheinterrassen stehen der Bevölkerung offen, Fuss- und Velowege führen durch den Salmenpark. Geht es nach Mazzi, so soll das neue Zentrum auf dem Salmenbräu-Areal das Zähringerstädtchen mitprägen - genau, wie sein Vorgänger, dessen Name der Salmenpark geerbt hat.