Rheinfelden
Ein nasser Schwamm vor dem Mund reicht heute im Atemschutz nicht mehr

Atemschutz-Trupps der Feuerwehren sind intensiv ausgebildete Spezialisten und stehen im Ernstfall an der Front. Es ist ein schwerer und anstrengender Job. Trotzdem fehlt es in der Atemschutztruppe Rheinfelden nicht an Nachwuchs.

Peter Rombach
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Feuer löschen unter Atemschutz will gut trainiert sein.

Feuer löschen unter Atemschutz will gut trainiert sein.

Peter Rombach

Feuerwehrleute, die sich für die Sektion Atemschutz entschieden haben, sind im Ernstfall enormen physischen wie psychischen Belastungen ausgesetzt. Sie müssen körperlich fit sein und die komplizierte Ausrüstungstechnik beherrschen. Dass hierzu intensives Training notwendig ist, bestätigt Stefan Gerig, seit 2011 Chef Atemschutz in der Feuerwehr Rheinfelden. Kein Zuckerschlecken für seine Leute, denn ihre Ausrüstung mit Sauerstoff-Flaschen, Gesichtsmasken und anderen Geräten wiegt mitunter 30 Kilo.

Ohne Atemschutz lässt sich heute kaum noch ein Feuer löschen: «Angesichts von Baustoffen, die heutzutage in der Produktion von Fahrzeugen oder im Häuserbau verwendet werden, entstehen im Brandfall giftige Dämpfe, welche nur unter Atemschutz bekämpft werden können», hält Gerig fest, der 1997 der Feuerwehr Gelterkinden beigetreten war und nach seinem Militärdienst nach Rheinfelden wechselte. «Zu Zeiten meines Vaters reichte ein nasser Schwamm vor Mund und Nase, um gegen Rauchschwaden vorzugehen», blickt er schmunzelnd wie nachdenklich auf Einsatzgeschichten von einst.

Der Rheinfelder Chef Atemschutz, Stefan Gerig (links), und sein Kollege Thomas Kieper aus Rheinfelden Baden freuen sich über den erfolgreichen Ablauf des Wettbewerbs um den Atemschutzpokal beider Städte Rheinfelden.

Der Rheinfelder Chef Atemschutz, Stefan Gerig (links), und sein Kollege Thomas Kieper aus Rheinfelden Baden freuen sich über den erfolgreichen Ablauf des Wettbewerbs um den Atemschutzpokal beider Städte Rheinfelden.

Peter Rombach

In Rheinfelden stehen 42 ausgebildete Atemschutz-Leute für den Ernstfall parat, denen 18 Geräte zur Verfügung stehen. Konsequente Übungen sind notwendig. Die Aargauische Gebäudeversicherung schreibt vor, dass jeder Atemschutzträger sechs Mal im Jahr zwei Stunden proben muss. «Auch das Wiederherstellen der Geräte ist wichtig», sagt Gerig. «Diese müssen für den Ernstfall immer parat sein.»

Zusammenarbeit mit Nachbarn

Beispielhaft nennt er die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Möhlin-Zeiningen, weil die Ausrüstung mit Atemschutzgeräten in der Anschaffung vereinheitlicht wurde, folglich kompatibel ist, wenn der Notfall ruft. «Mit unseren Nachbargemeinden gibt es auch die notwendigen Übungen», bestätigt Gerig. Die grenzüberschreitende Aktion um den Atemschutzpokal vergangene Woche erachtet er ebenfalls als wichtig, um seine Leute mit den Kameraden von der badischen Rheinseite bekannt zu machen und Einsatzerfahrungen auszutauschen. «In der Vergangenheit mussten wir uns oftmals gegenseitig helfen.»

Ein schwerer und anstrengender Job

Mit Nachwuchsproblemen kämpft der Atemschutz nicht. Gerig verneint und fügt an: «Der Atemschutz ist ein sehr interessantes und beliebtes Fachgebiet der Feuerwehr.» Dennoch wünscht sich Gerig mit Blick auf die Gesamtorganisation mehr Leute, die sich bei der Feuerwehr aktiv mitwirken. Dass es mitunter «schwierige Einsätze» gibt, verhehlt er keinesfalls und nennt zuvorderst den Brand im Kurzentrum SoleUno, aber auch Tiefgaragenbrände in Rheinfelden und Möhlin. «Unsere Atemschützler erledigen einen schweren und anstrengenden Job für die Allgemeinheit.»