Laufenburg
Ein Mundart-Konzert unter Volldampf

Die Mundart-folk-Formation «Dampfbühler» präsentierte in der Kultschüür ihr Programm «Cousintreffen».

Ingrid Arndt
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Fünf Dampfbühler gaben beim «Cousintreffen» mächtig Gas.

Fünf Dampfbühler gaben beim «Cousintreffen» mächtig Gas.

Ingrid Arndt

Wenn die uralte Schweizer Sippe der Bühlers so richtig Dampf gibt, ist auch musikalisch einiges los. Ob die vier Freunde des Laufenburger Multitalents Gabriel Kramer (Gesang, Banjo, Mandoline), welche die Premiere des Programms «Dampfbühler – Cousintreffen» in der Kultschüür mitgestalteten, nämlich Roland Hasler (Schlagzeug, Percussion), David Häggi (Akkordeon), Severin Jenni (Saxofon) und Leon Schaetti (Helikon) dieser Sippe auch angehörten, konnte am Dienstagabend in der Laufenburg Kultschüür nicht wirklich geklärt werden. Doch das war ja auch nicht wichtig, denn irgendwie sind wir ja alle verwandt.

Gabriel Kramer ist unter anderem bekannt als Teil des Musiktrios Trionettli, ausserdem malt und dichtet er. Roland Hasler ist Leiter der Freaktal Drum School und veranstaltet Drum Days mit bekannten Künstlern. David Häggi erlernte osteuropäische Musik und argentinischen Tango, spielt so exotische Instrumente wie die Halusi, macht eigene Programme und ist Mitbegründer verschiedener Formationen. Leon Schaettli tourt europaweit mit Musik- und Theaterproduktionen. Und Severin Jenni bläst leidenschaftlich Saxofon und studiert in Basel Jazz.

Texte mit Augenzwinkern

Gemeinsam legten die fünf Vollblutmusiker mit ihren teilweise nicht alltäglichen Instrumenten einen atemberaubenden Rhythmus und eine mitreissende Lebensfreude an den Tag. Sie hatten zum Beispiel ein Ufo (Hangdrum), einen umfunktionierten Kaffeekocher, ein Helikon (altes böhmisches Blasins- trument) oder ein Cajon dabei. Sie gaben temporeich Fahrt in jazzigem Mundartfolk, und stellten klar: «Wir sind die Bühler und machen Dampf.» Das Publikum war begeistert.

Spöttisch und augenzwinkernd, aber auch nachdenklich erzählten sie in ihren Liedern kleine Geschichten aus dem Alltag, jonglierten gekonnt mit Worten und Begriffen, bis diese eine ganz neue Bedeutung hatten. Da war der innere Sauhund, den sie von der Leine liessen. Dann machten die Musiker eigene Überlegungen zu Kämpfen und Krämpfen, genossen das Freibier, wurden wehmütig beim Betrachten eines alten Familienfotos, philosophierten über Konflikte, wirkliche und herbeigeredete, darüber, was funktioniert oder eben auch nicht. Sie machten sich mit viel Ironie Gedanken über das Auspacken einer Schachtel und all den damit verbundenen, unerwarteten Überraschungen. Sie fabulierten über Äpfel, die vom Baumstamm fallen, was dann irgendwie auch mit dem Stammbaum in Verbindung zu bringen ist. Und immer wieder waren herrliche Soli auf den einzelnen Instrumenten zu hören. Sie spielten mit vollem Körpereinsatz, kommunizierten mit den Gästen, ulkten mit todernster Miene – kurz: Sie boten ein Konzert mit Volldampf.

Heute Abend um 20 Uhr zeigen die Dampfbühler nochmals ihr Programm «Cousintreffen».