Rheinfelden
Ein multikulturelles Fest für alle Sinne

150 Stände, viel Farbe, Musik und Tanz und Kuba als Gastland lockten viel Publikum an.

Peter Rombach
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Impressionen vom Multikulti-Festival in Rheinfelden
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Matthias Blauenstein ist von der kulturellen Vielfalt begeistert.
Kubanisches Flair dank Tänzerinnen in der Rheinfelder Altstadt – selbst das Wetter war passend zur karibischen Lebensfreude.

Impressionen vom Multikulti-Festival in Rheinfelden

Die Farbenpracht der Kostüme, schier schwindelerregende Trommelwirbel von Künstlern aus dem westafrikanischen Senegal und Sounds sowie Tänzerinnen von der Karibikinsel Kuba prägten am Wochenende das Multikulti-Festival in Rheinfelden. Im Bereich zwischen Kurbrunnenanlage, Schifflände und Inseli hatte sich bei frühsommerlich-heissen Temperaturen eine internationale Atmosphäre entwickelt. Markant bereichert wurde der Anlass durch einen «Markt der Kulturen» mit rund 150 Ständen und folglich ungeahnten Köstlichkeiten aus asiatischen, afrikanischen und französischen Küchen, mit viel Schmuck, Holzhandwerkskunst und originellen Kleidungsstücken aus fernen Ländern. Fast schon ein Paradies für Souvenir- und Schnäppchenjäger, auch für das Exotische suchende Schau- und Kauflustige.

Gastland war in diesem Jahr der Inselstaat Kuba, jahrzehntelang wegen seiner sozialistischen Politik von den USA verschmäht, doch neuerdings auf Annäherungskurs auf den mächtigen Nachbarn. Beim Rheinfelder Kulturfestival spielte Politik allerdings eine untergeordnete Rolle. Dennoch reiste Botschafter Maria del Pilar Fernandez Otero, Chef der kubanischen Botschaft in Bern, am Freitagabend an, um einer in der Schweiz bislang einmaligen Show seine Referenz zu erweisen. Im Kurbrunnensaal gab es einen Talk mit Kulturstadträtin Béa Bieber, die einmal mehr ihre Stadt als weltoffen und integrationsfreundlich darstellte.

Offen für das Fremde

Dies bestätigte sie nochmals an der offiziellen Eröffnungsparty am Samstag. «Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, die Bewilligungen für solch einen herausragenden Anlass gut und schlank durchzuführen.» Die Stadt sei sehr offen für alles Fremde, das Festival liefere ebenfalls eine «wichtige Grundlage» für Integration, so Stadträtin Bieber, deren Nichte übrigens mit einem Kubaner verheiratet ist. Voll Lobes war sie für Matthias Blauenstein und seine Frau Claudia, die bereits zum dritten Mal das Festival mit viel persönlichem Engagement organisierten; quasi als Nachfolger des Teams um Ruedi Berner, der einst das Festival der Kulturen ins Leben gerufen hatte. Blauenstein selbst lobte in den höchsten Tönen angesichts des diesjährigen Events: «Unglaublich, fantastische Tage, wunderbar die Präsenz von so vielen Nationen.» Dank zollte er Sabine Hass von der Tanzgalerie Möhlin, dass auch viele Kinder und Jugendliche ins Programm eingebunden werden konnten.

Erfolg beflügelt bekanntlich: So gibt es bereits Gespräche mit der Stadt Olten, wo Matthias Blauenstein und sein Team ebenfalls solch ein Multikulti-Festival organisieren sollen. Wie am Rande zu erfahren war, könnte dies vom 8. bis 10. September als «spezielles Kulturerlebnis» über die Bühnen rollen - die «Rheinfelder Atmosphäre» also als kulturelles Exportgut. Positiv, zumal die Stadt auch in diesem Jahr das Festival mit rund 11 000 Franken und diversen Logistikleistungen des Werkhofs förderte.

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