Frick
Ein Macher tritt ab – Thomas Stöckli verlässt nach 13 Jahren die Bühne der Kulturkommission

Ende Jahr übernimmt Eugen Voronkov das Präsidentenamt von Thomas Stöckli. Er verlässt die Kommissionsbühne mit gemischten Gefühlen.

Thomas Wehrli
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Thomas Stöckli ist seit 13 Jahren Präsident der Kulturkommission Frick. Ende Jahr tritt er ab.

Thomas Stöckli ist seit 13 Jahren Präsident der Kulturkommission Frick. Ende Jahr tritt er ab.

Thomas Wehrli

Thomas Stöckli liebt die Bühne. Als Gemeinderat sorgte er mit seinen (Verkehrs-) Ideen zwölf Jahre lang, bis Ende 2017, für Furore in Frick, als Präsident der Kulturkommission zaubert er zusammen mit seinem siebenköpfigen Team Monat für Monat ein kulturelles Feuerwerk auf die Bühne im Kornhauskeller.

Doch Ende Jahr ist Schluss. Lichterlöschen. Dann wird sein Nachfolger im Gemeinderat, Eugen Voronkov, das Präsidentenamt von ihm übernehmen. «Ich wollte einen guten Übergang ermöglichen», begründet Stöckli die einjährige Zusatzschlaufe in der Kommission. Es sei ihm wichtig gewesen, dass die Kontinuität in der Kommission gewährleistet gewesen sei.

Stöckli lacht, wie er sich an seine eigene «Berufung» zurückerinnert. Damals, 2006, als er in den Gemeinderat kam, sei er neben dem Baudepartement eher überraschend zusätzlich zum Kulturressort gekommen. «Doch ich freute mich auf die Aufgabe, denn ich war schon immer kulturinteressiert.» Stöckli stockt kurz, blickt auf den Zeitschriftenhaufen auf dem Besprechungstisch. Er habe schnell erkannt, dass die beiden Ressorts, Bau und Kultur, ganz gut zusammenpassen würden. «Beides sind Puzzlesteine, damit ein Ort lebendig bleibt.» Dazu brauche es eine gute Infrastruktur, Läden und einen intakten Strassenraum ebenso wie ein gutes kulturelles Angebot.

Vielseitiges Kulturangebot

Und gute Kultur, davon ist Stöckli überzeugt, habe Frick zu bieten. «Wir haben dank dem Meck, Fricks Monti, dem Kornhauskeller und den zahlreichen aktiven Vereinen ein äusserst vielseitiges kulturelles Angebot», lobt er. Dass dabei die Gemeinde – ihr gehört der Kornhauskeller – im Kulturprogramm mitmischt, empfindet Stöckli nicht als Konkurrenz zu den anderen Anbietern, «sondern als Bereicherung». Der Kornhauskeller biete einen speziellen Raum, «einen wunderbaren Ort» für die Kleinkunst. Er habe für diese Kunst mit seinen 50 bis 80 Plätzen genau die richtige Grösse.

Wenn er vom Kornhauskeller spricht, kommt Stöckli ins Schwärmen. Es sei der richtige Entscheid gewesen, den «einzigartigen Raum» als Bühne zu nutzen. «Als ich das Präsidentenamt übernommen habe, war die Kulturkommission etwas heimatlos», erinnert sich Stöckli. Denn damals war das Kornhaus erst im Umbau. «Der Kornhauskeller gab uns ab Herbst 2006 die Heimat, die es für ein solches Engagement braucht.» Und den Kleinkünstlern gab er eine zusätzliche Bühne. «Genau das verstehen wir auch als unsere Aufgabe: den Künstlern eine Bühne zu bieten.»

Auf dieser Bühne brachte schon manch ein Künstler die 80 Besucher zum Lachen, zum Nachdenken, zum Staunen. Stöcklis persönliches musikalisches Highlight war der Auftritt von Dodo Hug. «Der Funke sprang sofort von der Künstlerin auf das Publikum über», erinnert er sich. «Wir alle hätten ihr noch stundenlang zuhören können.» Bei den Ausstellungen hat ihn unter anderem jene über Eugen Hüsser, einen Maler, der in Frick aufgewachsen ist, fasziniert. «In Frick kannte man seinen Namen und doch wusste man wenig über ihn.» Aber auch die Ausstellung «Bilder einer Landschaft» mit Bildern aus den Jurapark-Gemeinden sei «ein Hammer» gewesen.

Bei der Frage, was denn für ihn Kultur sei, stutzt Stöckli kurz, überlegt und sagt dann: «Für mich ist Kultur die Vielfalt der menschlichen Fantasie.» Es begeistere ihn stets aufs Neue, was alles machbar sei. Wenn man als Kulturkonsument bereit sei, sich auf Experimente einzulassen, entdecke man die Welt stets neu.

«Ein gutes Team»

Dass er nun nach 13 Jahren von der Kommissionsbühne abtritt, hinterlässt bei Stöckli ein lachendens und ein weinendes Auge. Das Weinende sind die Menschen, mit denen er zusammengearbeitet hat. «Wir waren ein gutes Team. Die Menschen werde ich vermissen.» Das Lachende ist die Verantwortung, die er nun abgeben kann, den Freiraum, den er (zurück-)gewinnt. Er werde natürlich weiterhin gerne Gast im Kornhauskeller sein. «Ich freue mich aber auch darauf, Gast bei Vereinen, im Meck oder in Fricks Monti zu sein.» Diese Bühnen seien durch das Engagement in der Kulturkommission «etwas zu kurz gekommen».

Stöckli würde es begrüssen, wenn der Kornhauskeller noch etwas mehr genutzt würde. «Schön wäre es, wenn eine weitere Gruppierung im Kornhauskeller ihr Angebot etablieren würde», sagt Stöckli, schränkt aber ein, dass dieses Angebot gut auf den Mix abgestimmt sein muss. «Denn es darf nicht geschehen, dass ein Anbieter den anderen das Wasser abgräbt.»

Dass es noch Platz für zusätzliche kulturelle Angebote hat, davon ist Stöckli überzeugt. «Je grösser die kulturelle Vielfalt im Dorf ist, desto eher bleiben die Leute hier und gehen nicht nach Basel, Zürich oder Aarau in den Ausgang, um Kultur zu geniessen.» Genau dies, ein Teil der Vielfalt zu sein, rechtfertigt für Stöckli auch das Engagement der Gemeinde.

Der Wunsch, den Stöckli für das Kulturangebot in Frick hat, ist ein Dreifacher: Erstens, dass sich das Angebot weiter gut entwickelt. Zweitens, dass die vielen Leute, die sich im Dorf für Kultur engagieren, «bei der Stange bleiben». Und drittens, dass möglichst viele Besucher das kulturelle Angebot nutzen. «Denn ohne sie funktioniert Kultur nicht.»