Laufenburg
Ein lustvolles Heimspiel für Fredy Schär in der Kultschüür

Auf seiner Tournee durch die Schweiz gastierte der Liedermacher, Kabarettist, Sänger und Musiker Fredy Schär auch in der Kultschüür Laufenburg. Er begeisterte das Publikum mit scharfer Ironie und herzhaftem Spott.

Ingrid Arndt
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Spitzzüngig: Fredy Schär nimmt so ziemlich alles aus dem Alltag aufs Korn.

Spitzzüngig: Fredy Schär nimmt so ziemlich alles aus dem Alltag aufs Korn.

ARI

Für den in Gelterkinden aufgewachsenen Künstler war der Auftritt in der Kultschüür Laufenburg ein lustvolles Heimspiel, im Gepäck war sein Erfolgsprogramm «Unverschä®mt». Er zeigte damit eindrücklich, dass er auch am Hochrhein seinem Ruf als witzigster Liedermacher der Schweiz voll gerecht werden kann. Die Herzen der Gäste eroberte er im Sturm, Tausende verschmitzte Kobolde sassen auf seinen Schultern, die nur darauf warteten, loszuspringen.

Deutsche Schlager verulkt

Erzählend, singend und die Gitarre zupfend hatte er spitzzüngig die verrücktesten Episoden parat, mit scharfer Ironie, herzhaftem Spott und verballhornten Liedern, die er zum allergrössten Teil selbst textet, arrangiert und komponiert, nahm er so ziemlich alles aus dem Alltag aufs Korn. Da waren die prahlenden, Porsche fahrenden Herren der Schöpfung, ihr gönnerhaftes Gehabe gegenüber den Damen. Die jedoch auch nicht immer die beste Figur im Auto machten. Er dachte nach über das Alter, philosophierte über das «Danach».

Er verulkte den deutschsprachigen Schlager, sang herzerweichend über «Amore», flehte «Junge, komm bald wieder», denn eine neue Liebe ist wie . . . Na, wie ist sie denn?

Auch die Politik und ihre obersten Macher verschonte Fredy Schär nicht, seine Pointen erheiterten den Zuhörer, der einmal laut lachte und ein anderes Mal innerlich schmunzelte.

Er sinnierte in seinem fahrbaren Untersatz ohne Resultat über die Mahnung der Polizei nach, bei Alkoholgenuss die Hände vom Steuer zu lassen. «Wie meistere ich dann die Kurven?», war die Frage dazu. Er begleitete seine nicht immer sprachkundigen Landsleute in die weite Welt, witzelte wundervoll über alle Pleiten und Pannen, die sich daraus ergeben können. Jonglierte dabei gekonnt mit Worten und deren nicht immer eindeutiger Auslegung.

Mal klassisch, mal wild rockend

Wunderbar, wie er Franz Schuberts «Forelle» gut gelaunt schwimmen liess, mal klassisch, mal wild rockend, mal im Dreivierteltakt oder schweizerisch jodelnd. Das Publikum jodelte hingerissen mit.

Er präsentierte den Crazy Blues, holte bei Bedarf seine Mundharmonika hervor, erfreute mit dem launig schrägen Viagra-Song. Wusste aber auch, dass so manche Bauern kein Viagra, sondern erst einmal eine Frau brauchen. Er bedauerte die armen Männer, die rücksichtslos von ihren Ehefrauen zum familiären Wochenendeinkauf verdonnert werden, und erzählte von all den finsteren Dingen, die dabei passieren können.

Mit seinem schlagfertig kessen Mundwerk begeisterte der temperamentvolle Entertainer restlos. Für den herzlichen Applaus bedankte sich Fredy Schär mit mehreren Zugaben.

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