Hottwil
Ein «Kampfbauer» greift Hund und seinen Halter an

Ein Landwirt rastete in Hottwil wegen freilaufender Hunde aus und attackierte auch noch den Halter mit Fäusten und Fusstritten. Der Bauer, der den Angriff zugibt, sagt, er habe den Tierfreund schon mehrmals gewarnt.

Roman Huber
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Ruedi Tanner mit Elena (l.) und Dodger (re.) will diese Attacke nicht einfach hinnehmen. -rr-

Ruedi Tanner mit Elena (l.) und Dodger (re.) will diese Attacke nicht einfach hinnehmen. -rr-

Diesen Morgenspaziergang wird Ruedi Tanner aus Hottwil nicht so schnell vergessen. Wie gewohnt ging er um acht Uhr mit seinen beiden Hunden spazieren. Die ersten paar hundert Meter im Dorf seien sie immer an der Leine, sagt Tanner. «Dann verrichten sie jeweils ihr Geschäft, das ich selbstverständlich aufnehme und im Robidog deponiere», erklärt Tanner. Er habe seit 17 Jahren Hunde und wisse darum, was sich gehöre.

Immer wieder Diskussionen

Wie so oft nahm das Dreiergespann den Flösserweg durch den Rebberg. «Da hat man eine herrliche Aussicht aufs Dorf», so Tanner. Von dort sah Tanner Landwirt W. nahen. Er habe mit ihm wiederholt schon Auseinandersetzungen gehabt, weil er seine Hunde frei laufen lasse, eröffnet er. Er gönne nun mal diese Freiheit seinen Hunden, und die hätten noch nie einem Lebewesen etwas zuleide getan, fügt er hinzu.

Diesmal blieb es nicht bei einem Wortgefecht. Landwirt W. habe von weitem gerufen, er solle seine Hunde gefälligst an die Leine nehmen. Tanner erwiderte ihm, dass er dazu nicht verpflichtet sei. Plötzlich standen sie sich gegenüber. Während Dobermann Dodger im Rebberg herumschnüffelte, blieb Mischlingshündin Elena neben Tanner. «Dann ging W. auf uns zu, packte Elena am Nacken und am Halsband, warf sie zu Boden und drückte das Knie mit dem ganzen Körpergewicht auf ihren Kopf», schildert Tanner, was sich im Rebberg abgespielt hat. Er sei geschockt gewesen, bis er habe reagieren können. Der Landwirt sei völlig ausgerastet und habe geschrien, «ich mach de Söichaib jetz kaputt». Erst im zweiten Anlauf habe er das winselnde und röchelnde Tier befreien können.

Und dann der Tritt ins Schienbein

W. war damit noch nicht am Ende. «Dann ging er mit den Fäusten auf mich los», so Tanner. «Ich wich aus und erhielt einen Fusstritt ins Schienbein», erzählt er und zeigt auf die Verletzung unter dem Knie.

Er habe Tanner schon mehrmals gewarnt, sagt Landwirt W. und bestätigt seine Attacke. «Er lässt die Hunde mehrere hundert Meter frei durch den Rebberg laufen, wo es oft Rehe hat. Einmal haben wir ein gerissenes Reh gefunden.» Tanner habe die Hunde nicht im Griff, sagt der Landwirt. Er wolle beim Gemeinderat intervenieren oder dafür sorgen, dass die Hunde einmal abgeschossen würden.

Tanner hat Elena über eine deutsche Tierschutzorganisation aus einer Tötungsstation in Spanien erhalten. Die 16-monatige Hündin habe die Attacke gut verdaut. «Aber ich habe zwei Nächte lang schlecht geschlafen», gesteht er. Dodger, den coupierten Dobermann-Rüden, hat Tanner aus Deutschland, wo ihn eine Halterin abgeben musste. Nun habe er das Schienbein dem Arzt gezeigt und bei der Kantonspolizei Anzeige erstattet.

«Die beiden Hunde sind lieb und zutraulich und stören auch nicht», erklärt eine Nachbarin. Er habe eigentlich sonst nie Probleme gehabt wegen der Hunde, meint Tanner und rätselt darüber, warum Landwirt W. dermassen ausgerastet ist. Er wüsste nicht, wer und warum ihm jemand schlecht wolle, meint Tanner. Er war vor wenigen Jahren zwei Jahre im Gemeinderat von Hottwil gewesen und musste aus beruflichen Gründen demissionieren.

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