Obermumpf

Ein Infoabend sorgt für rote Köpfe beim Gemeinderat

In Obermumpf entscheidet am 17. Oktober das Stimmvolk, wie es im Fusionsprojekt «Mittleres Fricktal» weitergehen soll.

In Obermumpf entscheidet am 17. Oktober das Stimmvolk, wie es im Fusionsprojekt «Mittleres Fricktal» weitergehen soll.

Die IG Zukunft Obermumpf lädt für den Infoabend am13. Oktober nur einen Teil der Projektleitung ein. Nicht eingeladen ist Frau Gemeindeammann Eva Frei. Am 17. Oktober entscheiden die Obermumpfer über das Fusionsprojekt Mittleres Fricktal.

«Lassen sich Projektleitung und die Gemeindeammänner von Stein, Schupfart und Mumpf so bereitwillig vor einen fraglichen politischen Karren spannen», fragt Peter Gürtler, alt Gemeindeammann von Obermumpf in einem Leserbrief (az, 7. Oktober). Er spricht damit den Informationsabend an, zu dem die IG Zukunft Obermumpf am kommenden Montag, 13. Oktober, einlädt. Es geht um das Fusionsprojekt «Zukunft der Gemeinden mittleres Fricktal». Beteiligte Gemeinden sind Stein, Mumpf, Obermumpf und Schupfart.

Ende Mai wurde bekannt, dass sich die Gemeinderäte von Stein, Mumpf und Schupfart für die Variante «Zusammenschluss» entschieden haben. Der Gemeinderat Obermumpf hat sich für die Variante Zusammenarbeit entschlossen. «Daraufhin hat die Projektleitung entschieden, das Projekt abzubrechen, obwohl der Gemeinderat Obermumpf trotz seiner Haltung den Zusammenschlussvertrag der Bevölkerung vorlegen wollte», so Eva Frei, Frau Gemeindeammann von Obermumpf. Mit diesem Entscheid nicht einverstanden war die Obermumpfer Gemeindeversammlung im Juni. Der Gemeinderat wurde beauftragt, an der nächsten Versammlung das Geschäft ‹Zukunft der Gemeinden des Mittleren Fricktals› zu traktandieren.

Ausserordentliche «Gmeind»

Am 17. Oktober wird das Obermumpfer Stimmvolk an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung nun darüber befinden, ob das Zusammenschlussprojekt Zukunft Mittleres Fricktal weitergeführt werden soll. Zur Meinungsfindung hatte der Gemeinderat die Bevölkerung am 6. September zu einem Informationsworkshop eingeladen. Nicht eingeladen war die Projektleitung. Kurzfristig und gerade vier Tage vor der wichtigen Abstimmung über die Zukunft des Dorfes steht nun die Veranstaltung der IG Zukunft Obermumpf auf dem Programm. Die Interessengemeinschaft wurde nach dem Orientierungsanlass vom 6. September ins Leben gerufen. «Weil noch viele Fragen offen sind.»

Die von Peter Gürtler aufgeworfene Frage, ob sich die Projektleitung vor einen politischen Karren spannen lasse, verneint Projektleiter Markus Leimbacher: «Ich lasse mich sicher nicht instrumentalisieren. Wenn ich aber von einer Interessengruppe eine Anfrage erhalte, ob ich bereit sei, Fragen aus der Bevölkerung zu beantworten, dann sage ich nicht nein.» Leimbacher führt weiter aus, dass dieser Anlass, so wie er ihn verstehe, für alle Bewohner von Obermumpf offen sei. «Also nicht nur für Zusammenschlussgegner oder -befürworter.» Markus Leimbacher wird am 13. Oktober anwesend sein.

Projektleiter fehlte

Zu seiner Teilnahme erklärt Hansueli Bühler, Gemeindeammann von Stein und Projektleitungsmitglied: «Im Anschluss an den Obermumpfer Workshop vom 6. September haben sich Personen bei mir gemeldet, die bemängelten, dass der Gemeinderat sehr einseitig gegen einen Zusammenschluss informiert habe. Sie bedauerten auch, dass weder der externe Projektleiter noch einer der andern Gemeindeammänner anwesend waren. Ich habe daher keine Mühe einer Einladung zur Beantwortung von Fragen der interessierten Bevölkerung Folge zu leisten.»

Keine fremden Vögte

«Der Obermumpfer Gemeinderat hat von der Infoveranstaltung erst am 2. Oktober erfahren. Wie die Bevölkerung haben wir am 2. Oktober einen Brief mit dem Flugblatt erhalten», erklärt Frau Gemeindeammann Eva Frei. Als ziemlich befremdlich empfindet sie die Teilnahme der Projektleitung und der Gemeindeammänner von Stein, Mumpf und Schupfart. «Das sind doch alles erfahrene Gemeindepolitiker. Sie selbst haben in ihren Gemeinden bis heute keine Infoveranstaltungen durchgeführt.» Für eine Orientierung durch die Projektleitung sei es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, ist sie überzeugt.

Sie selbst – auch Projektleitungsmitglied – wurde zu dem Informationsabend nicht eingeladen. Was für sie doch ziemlich irritierend sei. Eva Frei bedauert, dass mit der Teilnahme der Projektleitung am kommenden Montag «Öl ins Feuer gegossen wird.» Vielmehr sei es doch Aufgabe der Projektleitung, Ruhe in das Geschäft zu bringen. «Ich habe zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung, dass das Flugblatt und damit der bevorstehende Infoabend nicht gut angekommen ist.»

Es werde auch gesagt, es gehe überhaupt nicht, dass «fremde Vögte» in Obermumpf sagen sollen, wie die Zukunft des Dorfes aussehen soll. «Für mich ist eine Dynamik in das Geschäft gekommen, bei der das Sachliche aussen vor bleibt», so Eva Frei.

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