Lebhaft und eindrücklich umrahmen Mimik und Gestik die Wörter, die wie ein Wasserfall sprudeln. Die Stimmfarbe schwankt zwischen dunkel und hell. Das Tempo wird beschleunigt und dann zum Ausholen gedrosselt, um die Pointe des Reimes im Ziel einschlagen zu lassen. «Lehrpersonen finden mitunter den roten Faden nicht und sie bieten darum nur faden Unterricht.»

Auf der Bühne steht die Kabarettistin und Poetry-Slammerin Patti Basler, die mit ihrem geschliffenen Mundwerk und viel Wortwitz die Institution Schule auf die Schippe nimmt. «Frontalunterricht», heisst das vor Satire strotzende Bühnenprogramm, in dem sie das Publikum zurück in die Schulstube versetzt: «Wir konfrontieren die Zuschauer mit Absurditäten aus dem Unterrichtsalltag, wie jene des Grobmotorikers René und seiner Lehrerin Fröilein Scheidegger, die einem Alpmassiv gleicht», sagt die Bühnenpoetin, die auf einem abgelegenen Bauernhof in Zeihen aufgewachsen ist und die Bezirksschule in Frick absolvierte. Ihre Wortketten werden «mal schräg, mal witzig und mal tiefgründig» vom Pianisten Phillipe Kuhn musikalisch untermalt, der in die Rolle eines quereinsteigenden Lehres aus Deutschland schlüpft und sich mit Basler auf der Bühne ein humoristisches Duell liefert.

Bühnenpoetin von Anfang an

«Ich war Bühnenpoetin, seitdem ich denken kann», sagt Basler, die ihren ersten Auftritt mit eigenen Texten bereits im Kindergarten hatte. Ihr Talent, die Zuschauer mit selbst geschrieben Texten zu unterhalten, stellte für sie zunächst keinen beruflichen Wunsch dar, denn: «Als Kind vom Land war ich nicht von Bühnen und Theatern umgeben», erinnert sich Basler, die zunächst einen «anständigen Beruf» als Lehrerin ergriff. Erst ihre Lehrtätigkeit an einer Stadtzürcher Schule und ihr Studium an der Universität Zürich brachten sie zur «Poetry-Slam-Bühne – als Zuschauerin zum Finale der deutschsprachigen Meisterschaften in Zürich: «Schreiben, Dichten, Reimen, Vortragen auf der Bühne – dieses Format schien wie für mich gemacht zu sein», sagt Basler.

Das Leben bezeichnet die Kabarettistin als Buch, dessen Seiten ständig beschrieben werden: «In mir textet es dauernd und überall», sagt sie. Allerdings bezeichnet sie sich selbst als «schreibfaul», weswegen 90 Prozent ihrer Texte weder zu Papier noch auf die Festplatte kämen.

Auf der Bühne ist nichts peinlich

Auf die Frage nach ihrem peinlichsten Moment antwortet Basler: «Über sich selber lachen zu können, gehört dazu. Wenn mir auf der Bühne etwas peinlich wäre, dann hätte ich meinen Beruf verfehlt.» Schwierig sei es hingegen, wenn sie merke, dass ihre Pointen nicht den Humor der Zuschauer träfen. Daher sei es für sie auch die grösste Herausforderung, das Publikum mit den eigenen Texten zu fesseln.

Unterhaltung ist im Bühnenprogramm von Basler sowohl Selbstzweck als auch Mittel, um Botschaften und Fakten zu platzieren. Der Zuschauer solle aber immer selbst entscheiden, ob er eine Botschaft mitnehmen möchte oder nicht. Dementsprechend antwortet sie auf die Frage, was sie mit ihren Auftritten bewirken will: «Ich möchte die Zuschauer zum Nachdenken anregen» und fügt mit viel Selbsthumor hinzu: «Vielleicht auch noch die Weltherrschaft.»

Patti Basler und Philippe Kuhn mit «Frontalunterricht»

Mittwoch, 25 Mai, 20.15 Uhr, Fricks Monti.