Gipf-Oberfrick
Ein Fricktaler Bier ist der Renner am Zürcher Christchindlimarkt

Familie Stäuble lädt am Christchindlimarkt in Zürich zum Glühbier-Schlürfen ein. Die Kleinbrauerei Thiersteiner Bräu Stäuble aus Gipf-Oberfrick hat das zweite Jahr in Folge einen der begehrten 210 Markstände am Christchindlimarkt ergattert.

Catarina Martins
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Yvonne Zimmermann verkauft am Hauptbahnhof in Zürich Glühbier aus Gipf-Oberfrick. cim

Yvonne Zimmermann verkauft am Hauptbahnhof in Zürich Glühbier aus Gipf-Oberfrick. cim

Die Zürcher können den Aargauern vieles vorwerfen, wie etwa einen schlechten Fahrstil oder eine unschöne Dialektfärbung. Einfallslosigkeit allerdings nicht. Wäre zum Beispiel ein Zürcher auf die Idee gekommen, Glühbier herzustellen? Allem Anschein nach nicht, denn ansonsten würde Familie Stäuble aus Gipf-Oberfrick kein Glühbier am Christchindlimarkt am Hauptbahnhof Zürich offerieren.

Claudia Stäuble freut sich. Die Kleinbrauerei Thiersteiner Bräu Stäuble hat das zweite Jahr in Folge einen der begehrten 210 Markstände am Christchindlimarkt ergattert. Lange hatten sie darauf gewartet, am Christchindlimarkt – ein bei Markthändler begehrter Markt und einer der grössten Indoor-Märkte Europas – «zur Bierkultur beizutragen». Bierkultur an einem Weihnachtsmarkt? «Glühwein wird überall serviert und ist auf Dauer doch langweilig, deshalb hatten wir die Idee statt Glühwein, Glühbier herzustellen», erklärt die junge Frau.

Mit dem Bierbrauen haben Stäubles Eltern vor neun Jahren in ihrem Keller angefangen. 2007 eröffneten sie dann die Kleinbrauerei Thiersteiner Bräu im Gewerbehaus Bruggbach in Gipf-Oberfrick.

«Das Glühbier, das eigentlich ein Schwarzbier ist, schmeckt vor allem den Deutschen. Sie scheinen neugieriger zu sein als die Einheimischen und probieren eher etwas Neues aus», bemerkt Yvonne Zimmermann, die am Marktstand, der ausserhalb der Bahnhofshalle steht, mithilft die fricktalische Spezialität zu verkaufen. Speziell ist das Bier allemal. Der Geruch erinnert erstmal an die gärenden Malz- und Hopfenausdünstungen, die in die Nase steigen, wenn man eine Brauerei besichtigt. Danach kommt aber eine für Bier untypisch süsse Note zum Vorschein. Im Mund sorgt das Bier für eine positive Überraschung. Es ist angenehm sanft und hat keinen ausgeprägten Biergeschmack. Eine Frage stellt sich noch. Wie wird aus einem normalen Bier ein «Glühbier»? «Sie wollen wissen, was die genaue Gewürzmischung ist? Das weiss nur meine Mutter», lächelt Claudia Stäuble geheimnisvoll und zapft ein Bier aus dem Durchlauferhitzer.

Das Glühbier kann noch bis Ende Januar direkt bei der Kleinbrauerei in Gipf-Oberfrick, bis zum 24. Dezember am Christchindlimarkt am Hauptbahnhof in Zürich oder vom 7. bis 8. Dezember am Weihnachtsmarkt Schloss Wildegg gekauft werden.

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