Zuzgen
Ein Feuerwerk der Klänge und eine Feuer speiende Leiter

«Klangheimli.ch– das Kulturzelt» erreichte einen neuen Zuschauerrekord. Auf der Bühne begeisterten Nicolas Senn am Hackbrett, die A-cappella-Formation «a-live» und das Duo «Hell und Schnell».

Paul Roppel
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Ein Virtuose am Hackbrett: Nicolas Senn. pro

Ein Virtuose am Hackbrett: Nicolas Senn. pro

Über 900 Besucher liessen sich im Kulturzelt «Klangheimli.ch» in Zuzgen vom Komikerduo «Hell und Schnell», von den Stimmenakrobaten «a-live» und dem Hackbrettvirtuosen Nicolas Senn begeistern.

Das Geheimnis wird wohl nie aufgedeckt und die beiden Komiker, welche die Auftritte aller Künstler nahtlos zusammenfügten, werden es wohl nicht preisgeben. Hatten die beiden Berner Käuze, die als phlegmatische Bühnenarbeiter agierten, ihre gar improvisiert wirkende, Furcht einflössende, zuckende, ruckelnde und sich im Kreise drehende Erfindung stets unter Kontrolle? Vor dem johlenden und staunenden Publikum drehte sich eine Bockleiter im Kreise, die zugleich dreifach als Fahnenschwinger fungierte, Feuer spuckte und eine Kuhglocke läutete. Zahlreiche Akkudreher sorgten für dieses Spektakel.

Da war nämlich schon vorher etwas Unerwartetes passiert, das so nicht geplant gewesen war, wie die Aargauer Zeitung von den beiden erfuhr, aber künftig ohne weiteres als Knüller ins Programm integriert werden könnte. Da verwickelten sich nämlich zwei Riesenschuhe, die mit einem Akkudreher verbunden waren, plötzlich im Bühnenvorhang und das Duo «Hell und Schnell» bekundete zum Gaudi des Publikums alle Mühe das wild gewordene Monster zu bewältigen. Das entlockte sogar dem mit abgebrühter Coolness agierenden Komikerteam Markus Schrag und Luciano Andreani ein verschmitztes Schmunzeln.

Völlig unter Kontrolle hingegen, aber unter nicht minder grosser Begeisterung verliefen die Auftritte der beiden anderen Stimmungsmacher der achten Auflage des Zuzger «Klangheimli.ch – das Kulturzelt». Der 23-jährige hochgewachsene Wirtschaftsstudent Nicolas Senn aus dem Appenzell faszinierte das Publikum als imposanter Hackbrettvirtuose. Der charmante Preisträger des «Prix Walo» und «Grand Prix der Volksmusik» begeisterte auf seinen 125 klingenden Saiten neben erfrischender Ländler- und Marschmusik mit packendem Rock ’n’ Roll und feurigem Samba. Zusätzlich machten die sechs Stimmakrobaten der erfolgreichsten A-cappella-Formation der Schweiz unter dem Namen «a-live» mit ihrem erstaunlich vielfältigen Gestaltungsvermögen Furore. Die Gesangs- und Beatboxkünstler zauberten ganze Orchester, Tina Turner und Elvis Presley in den Raum und rissen das Publikum begeistert von den Stühlen.

Valentin Sacher hatte wiederum für ein spektakuläres Bühnenprogramm gesorgt und schillernde Brillanten aus der Schweizer Kleinkunstszene nach Zuzgen gebracht. Der Anlass ist derart hoch im Kurs, dass die über 500 Billette jeweilen innert Stunden schon ausgebucht sind. «Wir wollen aber keinen Insider-Anlass etablieren, sondern dem breiten Publikum in der Region etwas bieten. Deshalb haben wir zum üblichen Freitaganlass, erstmals den Donnerstagabend zugefügt», verriet OK-Präsident Andreas Kägi der Aargauer Zeitung. So resultierte diesmal ein Besucheransturm von 920 Personen. Organisator ist der Verein zur blasmusikalischen Nachwuchsförderung im Wegenstettertal.

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