Stein

Ein Faustschlag beendete einen 5.-Liga-Match – Spieler zeigt Zuschauer an

(Symbolbild)

Ein Zuschauer versetzte bei einem 5.-Liga-Match in Stein einem Spieler einen Faustschlag.

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Ein Zuschauer verletzt bei einem 5.-Liga-Match einen Spieler der Gastmannschaft. Dieser erstattet nun Anzeige. Wenn der Täter nicht gefunden werden sollte, haftet jedoch der Heimverein.

Bei der Kantonspolizei Aargau herrschte von Samstagabend bis Sonntagmorgen Hochbetrieb: 15 Mal musste sie wegen Drohungen, Streitereien und Gewalt ausrücken. Ein Brennpunkt: Der Fussballplatz in Stein, auf dem um 18.30 Uhr der 5.-Liga-Match des FC Stein gegen den FC Frenkendorf angepfiffen wird. Der Schlusspfiff erfolgt an diesem Abend jedoch nicht erst nach 90 Minuten. Beim Spielstand von 2:2 stürmt ein Zuschauer auf den Rasen und attackiert einen Spieler der Gastmannschaft. Laut einer Medienmitteilung der Kantonspolizei verletzt ihn der Zuschauer mit einem Faustschlag. Daraufhin bricht der Schiedsrichter die Partie ab.

Tätlichkeit mit Rudelbildung

«Kurz bevor der Faustschlag fiel, gab es auf dem Spielfeld eine grobe Tätlichkeit an einem Steiner Spieler», sagt Cyrill Zumsteg, Trainer des FC Stein. In der Folge kommt es auf dem Spielfeld zur Rudelbildung. Die Situation ist hitzig und unübersichtlich als plötzlich ein Zuschauer ins Geschehen eingreift und sich einen Frenkendörfer Spieler vorknöpft: «Ich habe den Faustschlag nicht gesehen», sagt Zumsteg.

«Aufgrund der aggressiven Stimmung haben wir uns entschieden, nicht mehr weiterzuspielen. Daraufhin hat der Schiedsrichter die Partie abgebrochen», sagt Martin Häfelfinger, Präsident des FC Frenkendorf. Der Täter macht sich nach dem Faustschlag aus dem Staub und der verletzte Spieler erstattet Anzeige gegen unbekannt. Der Präsident des FC Stein, Juan Carlos Germann, will zu den Vorkommnissen keine Angaben machen: «Wir werden den Vorfall intern abklären und dann gegenüber dem Fussballverband Nordwestschweiz Stellung beziehen.»

Gewalt ist eine Randerscheinung

Die Wettspielkommission hat nun über die Wertung des Spiels und die Höhe der Sanktionen zu befinden. Dabei sind der Schiedsrichter-Bericht sowie die Stellungnahmen beider Mannschaften entscheidend. «Der Heimverein ist für die Sicherheit und die Ordnung zuständig. Wird der Zuschauer nicht gefunden, der den Schlag verübt hat, dann ist grundsätzlich der Heimverein haftbar», sagt Pascal Buser, Leiter der Wettspielkommission des Fussballverbandes Nordwestschweiz.

Buser betont, dass es sich bei solchen Vorfällen um eine Randerscheinung handelt: «Wir tragen im Jahr rund 13 000 Matches aus. Partien, die aufgrund von Gewalt gegen den Schiedsrichter oder Spielern abgebrochen werden, sind an einer Hand abzuzählen.» Trotzdem findet er es bedauerlich, dass sich dieser Vorfall in der 5. Liga – der untersten Spielklasse – ereignet hat: «Gerade hier sollte doch der Spass im Vordergrund stehen.»

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