Die Tongrube Gruhalde in Frick mit ihrem Klopfplatz ist schon seit Jahren ein kleines Eldorado für Hobbypaläontologen nicht nur aus der Region und der gesamten Schweiz – es reisen auch Besucher aus Frankreich, Deutschland und sogar aus Grossbritannien an. Der Grund: Zum Teil wird wissenschaftlich geforscht und gegraben, aber diese Grube ist ausserdem eine der wenigen, die zum Teil öffentlich zugänglich ist für jedermann.

Ein besonderer Hit seit 2006 sind in den Sommermonaten die Erlebnissonntage, Events für Familien, Vereine und Fossiliensammler aller Altersklassen. Organisiert vom Sauriermuseum und dem geologisch paläontologischen Verein Frick unter Leitung von Rolf Schweizer. An diesen Tagen kann nach Herzenslust gehämmert, geklopft, gebuddelt und gestaunt werden. So wie am ersten Junisonntag zur Eröffnung der Saison 2018. Gemeinsam tauchten Kinder und Erwachsene ein in die erdgeschichtliche Zeit des Oberen Trias und des Jura. Und das war zum Teil vor mehr als 200 Mio. Jahren.

19 verschiedene Arten

Die Grube selbst mit den Saurierfunden kann nur geführt besichtigt werden, aber auf dem Klopfplatz gab es Spass und Abenteuer pur. Der Platz wird kontinuierlich mit 185 Mio. Jahre alten Blöcken bestückt, in denen 19 unterschiedliche Arten von Versteinerungen gefunden werden können. Herrliche Ammoniten, Muscheln, Tintenfische oder wie vor einer Woche ein Prachtexemplar eines 210 Mio. Jahre alten Nautilus. Dass in der Tongrube heute Meerestiere wie auch Saurier zu finden sind, hat mit der Verschiebung der Kontinentalplatten vor Jahrmillionen zu tun, mal war die Region Meer, mal Lagune, mal Steppenlandschaft.

Die Saurierfunde in der Tongrube sind in ihrer Häufigkeit weltweit einzigartig. Vor allem werden Plateosaurier gefunden, jedoch vereinzelt auch Raubsaurier oder Schildkröten. Bei den geführten Rundgängen dürfen die Besucher auf den oberen Rand kraxeln, der Obliqua-Schicht, wo die begehrten Belemniten zu finden sind.

Auf dem Klopfplatz gaben die Helfer Anleitung, machten auf die Fossilien aufmerksam, gaben Ratschläge, halfen bei den Feinarbeiten. Natürlich waren die Kinder begeistert, hämmerten mit Schwung, manchmal auch auf den Finger. Das besondere Highlight: Alle selbst gemachten Funde durften gratis mit nach Hause genommen werden.
Vollständiges Saurierskelett

Erste Saurierknochenfragmente fand Ernst Wälchli, Laborchef der Keller AG, bereits 1962 in der Tongrube Gruhalde. Doch bis zu den ersten wissenschaftlichen Grabungen vergingen fast zwei Jahrzehnte. 1985 stiess man auf ein vollständig erhaltenes Skelett eines Dinosauriers, das einzig vollständig erhaltene in der Schweiz. Seit 2004 werden im Auftrag der Saurierkommission Frick jedes Jahr systematisch Grabungen in der Tongrube vorgenommen, jeweils bevor die Tonwerke Keller AG dort maschinell abbaut.