Es funkt gewaltig in Schupfart: 181 Einwohner wehren sich gegen den geplanten Bau einer Mobilfunkantenne von Salt (vormals Orange) im Dorf. Das ist jeder dritte Stimmberechtigte oder jeder vierte Einwohner. Neben Einzeleinsprachen gingen auch Unterschriftensammlungen gegen das Baugesuch ein.

Der massive Widerstand habe sie nicht überrascht, erklärt Gemeindeschreiberin Jacqueline Stöcklin, denn die Mobilfunkantenne käme auf ein Mehrfamilienhaus mitten im Dorf zu stehen. «Und da gehört definitiv keine Antenne hin», sagt Gemeindeammann Bernhard Horlacher. Der Gemeinderat werde das Baugesuch deshalb ablehnen – sobald der Entscheid ansteht. Vorerst hat Salt bis zum 29. Mai Zeit, Stellung zu nehmen.

Klar ist bereits heute: Der Mobilfunkanbieter wird am Baugesuch festhalten. Dies erklärt Salt-Mediensprecherin Therese Wenger gegenüber der az. Man werde fristgerecht Stellung nehmen. Mit einem Rückzug des Gesuchs rechnet Horlacher auch nicht. Er erwartet aber, dass Salt das Gespräch mit der Gemeinde sucht. Dies sei bislang nicht geschehen, was auch gegen die Konsultationsvereinbarung zwischen Kanton/Gemeinden und den Mobilfunkprovidern verstosse. «Es ist abgemacht, dass die Provider vor der Eingabe eines Baugesuchs auf die Gemeinden zukommen – genau, um solche Situationen zu vermeiden.»

Horlacher stellt sich nicht generell gegen Mobilfunkantennen. «Aber dafür gibt es geeignetere Standorte – ausserhalb des Dorfes.» Eine Variante wäre für ihn, die bereits bestehende Swisscom-Antenne Richtung Obermumpf auszubauen. Ein Zweite, die Antenne am Starkstrommast zwischen Schupfart und Obermumpf zu befestigen. Hierfür habe Salt sogar eine Baubewilligung gehabt. «Wir wollen von Salt wissen, wieso sie nicht einen solchen Standort nehmen.» Bereits im letzten Jahr sorgten die Salt-Manager für Kopfschütteln in Dorf: Sie wollten eine Antenne auf dem Kindergartengebäude errichten.

Gesundheitliche Bedenken

Gegen eine Antenne im Dorf wehrt sich Horlacher vor allem auch aus gesundheitlichen Bedenken. Zwar würden die Mobilfunkantennen in den Normen als unbedenklich taxiert, «aber ich kann das nicht so recht glauben». Auch für Isabella Carlone, welche die Protestlawine vor eineinhalb Monaten ins Rollen gebracht hatte, stehen gesundheitliche Bedenken im Mittelpunkt. Sie erachtet die 181 Unterschriften zwar «als starkes Signal», ist aber gleichzeitig auch etwas enttäuscht, dass nicht noch mehr unterschrieben haben.

Carlone geht einen Schritt weiter als Horlacher: Sie möchte gar keine neuen Antennen in oder um das Dorf. «Die bestehenden Antennen reichen», ist sie überzeugt, «mehr braucht es nicht.»

Carlone ist jedoch skeptisch, dass der Protest wirkt. «Meist setzen sich die Anbieter am Schluss durch», hat sie bei Recherchen im Internet festgestellt. Eine Prognose mag Horlacher nicht abgeben. Er weiss jedoch: Wenn Salt auf dem Standort beharrt und alle Rechtsmittel ausschöpft, «kann es Jahre dauern, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt».