Gipf-Oberfrick
Ein Dorf plant seine Zukunft mit einem neuen Leitbild

Die Gemeinde Gipf-Oberfrick hat die Bevölkerung über das entstehende Entwicklungsleitbild informiert. Diese hat in einer Befragung zum Ausdruck gebracht, dass sie den dörflichen Charakter bewahren will.

Hans Christoph Wagner
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Sichere Strassen: Eines der Ziele, die Gipf-Oberfrick verfolgen will. (Archiv)

Sichere Strassen: Eines der Ziele, die Gipf-Oberfrick verfolgen will. (Archiv)

Nadine Böni

Gipf-Oberfrick macht sich Gedanken um seine Zukunft. Seit nunmehr zwei Jahren – seit bei der Wintergemeindeversammlung 2013 ein entsprechender Kredit gewährt wurde – denkt das Dorf an das Morgen, stellt sich Fragen wie: Wo wird die Gemeinde 2035 stehen? Wie viele Einwohner werden wir bis dahin haben? Wie attraktiv wird die Einwohner das Leben in Gipf-Oberfrick anmuten? Und was macht überhaupt Lebensqualität aus?

Vieles ist angedacht

Ein Entwicklungsleitbild und ein räumliches Gesamtkonzept sind seitdem auf dem Weg. Über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Dorfentwicklung informierte der Gemeinderat am Dienstag im Mehrzweckraum des Regos-Schulhauses. «Wir wollen damit entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft schon jetzt vornehmen, unter Einbezug der Bevölkerung», betonte am Abend Gemeindeammann Regine Leutwyler.

Wobei es Gemeinderat Jos Bovens und Sasa Subak von der Metron AG, dem mit der Ausarbeitung des Entwicklungsleitbildes beauftragten Planungsbüro aus Brugg, vorbehalten war, die Details vorzustellen.

Vieles, das nahmen die rund 70 Besucher der Veranstaltung mit, ist nur einmal angedacht und noch ohne konkrete Perspektive. Schliesslich hat die Gemeinde das Heft auch nicht alleine in der Hand. Kanton und Region spielen in Fragen von Siedlungen, Raumplanung und Landschaftsschutz auch eine grosse Rolle.

Tenor aus Fragebögen

Eine Befragung der Bevölkerung 2014 brachte ein erstes Stimmungsbild an den Tag. Von 3000 verschickten Fragebögen kamen fast 1000 beantwortet zurück. Der Tenor: «Wir wollen den dörflichen Charakter von Gipf-Oberfrick erhalten sehen. Wir wollen die bestehenden Grün- und Freiräume bewahrt wissen. Wir wollen nur innerhalb der bestehenden Siedlungsgrenzen wachsen, nicht ausserhalb auf der grünen Wiese.»

Die rasante Entwicklung der vergangenen 35 Jahre, in denen die Einwohnerzahl von 1500 auf heute 3600 emporschnellte, peilt das Dorf für die kommenden 20 Jahre nicht mehr an: 4500 Einwohner stehen als Zielvorgabe für 2035 im Raum. Und auch die Altersstruktur innerhalb der Bewohnerschaft ist Thema der aktuellen Debatte. Der Anteil der Gruppe der zwischen 40- und 64-Jährigen ist momentan Sasa Subak zufolge noch mit Abstand am grössten.

Interesse an jungen Eltern

Und das wird als Problem angesehen, ist man doch eher an der Alterskohorte darunter interessiert, an den jungen Eltern mit Kindern, die Interesse an Bauland haben. Und diese sollen in Zukunft in einem Gipf-Oberfrick wohnen, das alles hat: schöne Landschaft, erneuerbare Energien, gesundes Gewerbe, sichere Strassen, Fuss- und Velowege, weniger Autos und eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Aber, das nahmen die Zuhörer am Dienstagabend auch mit nach Hause: Es ist ein langer Weg und es gilt, viele Stellen einzubeziehen, mit Ausdauer und Geduld.

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