Rheinfelden

Ein Denkmal für den berühmtesten Sohn der Stadt

Christina Frey und Franco Mazzi bei der Skulptur von Agnes von Zähringen. HCW

Christina Frey und Franco Mazzi bei der Skulptur von Agnes von Zähringen. HCW

Einst hat sie auf dem Inseli ihre Kindheit verbracht. Nun kehrte sie zurück – als Skulptur: Agnes von Zähringen, die Tochter von Herzog Rudolf von Rheinfelden.

Bei der Einweihung der Skulpturengruppe, an Agnes’ 904. Todestag am Samstag, unternahmen die rund 30 Anwesenden eine Zeitreise ins hohe Mittelalter. Zurück ging es in die Zeit, in der Rudolf von Rheinfelden lebte, der wohl bedeutendste Sohn der Stadt, der es bis zum deutschen König brachte und 1080 in der Schlacht sein Leben verlor.

Diesem wollte der Gemeinderat auf dem Inseli ein Denkmal setzen. 2011 wurde dort die Parkanlage neu gestaltet. Dort, wo seinerzeit zwecks Sicherung der Rheinbrücke die Burg Stein stand, sollte der Fürst verewigt werden. 2013 reichten acht Künstler ihre Entwürfe auf einen von der Stadt im Jahr zuvor lancierten Wettbewerb ein. Die Jury entschied sich für das Modell von Christina Frey aus Büsserach.

Kein verherrlichendes Denkmal

Dabei hat die Künstlerin aber nicht Rudolf in den Vordergrund gestellt, sondern Agnes, eine seiner zwei Töchter. Sie ist es, die in der von Frey gestalteten Skulpturengruppe auf dem Inseli hervorsticht. Sie sitzt als Bronzeplastik auf einer Betonbank, im schlichten grünen Kleid, in ihrem Schoss ruht eine Miniaturkirche. Damit spielt die Künstlerin auf Agnes’ Rolle als Gründerin des Klosters St. Peter im Schwarzwald an.

Frey hat das Schicksal dieser Frau ganz besonders inspiriert – wie sie mit nur 12 Jahren aus dynastischen Gründen mit Berthold II von Zähringen verheiratet wurde und wie sie zum Fortbestand des Geschlechts viele Kinder gebären musste. So ist es kein verherrlichendes Denkmal eines Machtmenschen geworden, sondern ein «Ort der Besinnung und des Nachdenkens», wie Frey bei der Vernissage sagte.

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