Laufenburg

Ein Dandy steckt in der Falle: Aus der Kultschüür wird ein Verhandlungssaal

In der Patsche: Roland Dinkel mit den Richterinnen Kathrin Müller-Lorch, Barbara Blatter, Christel Imhof und Katharina Theurer. Bild: Peter Schütz

In der Patsche: Roland Dinkel mit den Richterinnen Kathrin Müller-Lorch, Barbara Blatter, Christel Imhof und Katharina Theurer. Bild: Peter Schütz

Das Theater Wiwa präsentiert in der Laufenburger Kultschüür das Stück «Vier scharfe Richterinnen».

Das Theater Wiwa verwandelt die Kultschüür ab dem 9. November in einen Verhandlungssaal. Unter der Regie von Mario Geng und Anja Grimbichler führt es den Psychothriller «Vier scharfe Richterinnen» auf. Das Stück mit dem Originaltitel «Time to kill» stammt vom britischen Dramaturgen Leslie Darbon.

Die ersten deutschsprachigen Aufführungen fanden 1979 in Hamburg und Wien statt. 40 Jahre danach wird es in Laufenburg gespielt – als 30. Produktion des Theater Wiwa. Anja Grimbichler hat das Stück vor langer Zeit schon einmal gesehen und war von der Handlung fasziniert, wie sie am Pressegespräch am Montag erklärte. Zu einer Aufführung in der Kultschüür ist es bis jetzt jedoch nicht gekommen. «Doch diesmal hat die Konstellation gepasst», so Grimbichler, die schon mehrfach Regie geführt hat, unter anderem bei «Timm Thaler» oder «Jakes Frauen».

Jetzt teilt sie sich die Regie mit Mario Geng, der selber auf der Bühne agiert. «Das Stück stellt hohe Anforderungen an die Spieler», so Grimbichler. Und: «Es ist ein textlastiges Stück, das starke Spieler braucht.» Diese hat sie im Fricktal sowie im süddeutschen Raum gefunden. Was wiederum dazu führt, dass je nach Herkunft der Darsteller Schweizerdeutsch, Hochdeutsch und Badisch gesprochen wird – ein Sprachmix, auf den das Theater Wiwa schon bei der letzten Aufführung gesetzt hat.

Katharina Theurer, Brigitte Vogel – sie sind in einer Doppelrolle zu sehen –, Mario Geng, Roland Dinkel und Christel Imhof gehören schon fast zum Inventar des Theaters. Zum ersten Mal in Laufenburg dabei sind Kathrin Müller-Lorch und Barbara Blatter, beide aus dem Landkreis Waldshut, beide mit Theatererfahrung.

Mit der neuen Produktion begibt sich das Theater Wiwa zwar nicht auf Verbrecherjagd wie zuletzt in «Plötzlich und unerwartet». Aber einen Hauch von krimineller Energie versprüht das Stück schon: Ein Dandy wird mit den Waffen einer Frau in eine Falle gelockt. Sein Motto «Versuchungen sollte man nachgeben» wird ihm zum Verhängnis.

Plötzlich findet er sich in Handschellen an einen Stuhl gefesselt und wird von vier Richterinnen nach allen Regeln der juristischen Kunst auseinandergenommen. Vordergründig wird er für den Tod einer Frau verantwortlich gemacht, wenngleich nicht sicher ist, ob sie durch Fremdeinwirkung verschieden ist. Hintergründig geht es um Macht, Vergeltung, Eifersucht, Intrigen und Lügen in einer scheinbar gutbürgerlichen Idylle.

Das Theater Wiwa führt die inszenierte Gerichtsverhandlung mit wenig materiellem Aufwand auf einer einfach eingerichteten Bühne in zwei Akten auf. Dadurch bleibt die Konzentration auf einen intensiven Schlagabtausch, in dem es auch mal laut wird, gewährt.

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