«Ihre Beine sind mir sofort aufgefallen», sagt Ruedi Berner, Chef des Familienbetriebes «Confiserie Berner». «Alles war verdeckt und zugestellt, aber die Beine habe ich wiedererkannt.»

Gemeint sind die massiven, weinrot und golden gestrichenen Pfosten einer Verpackungsmaschine namens «Ratti Doppeltwist». Gefunden und aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt wurde das 100-jährige Stück eher zufällig auf einer Reise durch die französischen Pyrenäen.

Das geübte Auge des Confiseurs sah den charakteristischen Anstrich und die Ähnlichkeit mit einer eigenen Maschine im heimischen Rheinfelden. Heute steht sie im Mittelpunkt des Bernerschen Schokolade-Museums, rattert, schnappt und klickt wie ein präzises Uhrwerk und spuckt dabei mindestens ein säuberlich verpacktes Zuckertäfeli pro Sekunde aus.

Der heutige Jubiläumsauftakt bildet den würdigen Rahmen für die Wiederbelebung der alten Zuckerbäckermaschine.

Alte Zuckerbäckertraditionen

Vor 70 Jahren gründete Hans Berner den Familienbetrieb «Confiserie Berner», der 1984 von seinem Sohn Ruedi übernommen wurde. Das Jubiläumsjahr ist gleichzeitig Anlass für eine Reihe von Aktivitäten, die sich die Familie Berner vorgenommen hat.

So werden unter anderem, der eigenen Tradition vieler Vorfahren im Süsswarengeschäft verpflichtet, alte Formen, Walzen und andere Gerätschaften zur Herstellung von Schokolade- und Zuckerwaren wieder in Gebrauch genommen.

Auf die Suche nach den Vorlagen für die Osterhasen und Zuckertäfeli der Grossväter braucht Ruedi Berner nicht zu gehen. Genauso akribisch wie die Confiseurs-Familie sich ihrem Metier widmete, hat sie deren Gebrauchsgegenstände gesammelt. Die Regale im Schokolade-Museum sind vollgestellt mit allem, was Confiseure aus mindestens einem Jahrhundert an Utensilien verwendeten, von der einfachen Form für die Tafel Milchschokolade, bis zur aufwendigen Gussform für eine Schokoladeskulptur.

Neue Zutaten, neue Genüsse

Neue Kakaosorten, neue Zuckerarten und ausgefallene Zutaten machen heute aus der Schokolade exklusive Geschmackserlebnisse. Der tägliche Umgang mit der süssen Masse ist Ruedi Berner noch lange nicht verleidet. Den durchschnittlichen Pro-Kopf-Konsum von zwölf Kilogramm Schokolade übertreffe er ohne Mühe, sagt Berner. «Schokolade ist und bleibt eben ein Genuss.»

Zum 70. Geburtstag der Confiserie Berner öffnet heute das Schokolade-Museum die Türen von 16 bis 19 Uhr.