Sisseln
Ein Biotop bietet Kröten und Unken einen neuen Lebensraum

Der Verein für Umwelt und Natur Sisseln will mit seinem Bauprojekt die Population von Frosch-Arten schützen, so etwa die der Geburtshelferkröte und der Gelbbauchunke.

Dennis Kalt
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Die Gelbbauchunke soll im Biotop «Hintere Halde» neuen Lebensraum finden, um sich vor ihren Feinden schützen zu können.Benny Trapp/APA/Keystone

Die Gelbbauchunke soll im Biotop «Hintere Halde» neuen Lebensraum finden, um sich vor ihren Feinden schützen zu können.Benny Trapp/APA/Keystone

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Das Bauvorhaben vom Verein Umwelt und Natur Sisseln (VNUS) für das Biotop an der Hinteren Halde, Parzelle 1265, liegt ab kommenden Montag in der Gemeindekanzlei öffentlich auf.

Josef Nietlispach vom VNUS verfolgt mit dem Bauvorhaben ein grundlegendes Ziel: «Wir wollen der Geburtshelferkröte und der Gelbbauchunke ein Rückzugsgebiet bereitstellen und damit ihre Population schützen.» So stehen nämlich die kleinen Kröten bevorzugt auf der Speisekarte des gemeinen Graureihers.

Konkret sei geplant, die Erde auszuheben und eine Folie zu verlegen, um so einen Tümpel zu schaffen. Weiter soll das Aushubmaterial aufgeschüttet und mit kleinen Verstecken für die Frösche versehen werden: «Wir stellen aus Eichenholz Röhren her und fügen sie in die Erde ein. An der Ostseite platzieren wir Quadersteine und schaffen so enge Zwischenräume», schildert Nietlispach.

Für den Standort des Biotops habe man sich bewusst ausserhalb des Wohngebiets entschieden, denn Nietlispach weiss: «Das Quaken der Frösche kann am Abend und in der Nacht schlafraubend sein.»

Der Grundeigentümer des Baulandes ist die Energiedienst Holding AG. Bisher wurde es von einem Landwirt als Ausgleichsfläche und zur Heuherstellung genutzt: «Wir haben uns mit ihm an einen Tisch gesetzt und sind zu einer guten Lösung gekommen», sagt Nietlispach.

Natur erfahrbar machen

Ein weiteres Ziel für den VNUS ist es, den angelegten Lebensraum für die Menschen erfahrbar zu machen. So soll der dortige Wanderweg weiterhin genutzt werden können. Geplant sei auch, Bänke aufzustellen und aus einem Baumstrunk einen Tisch anzufertigen: «Wanderer können dort beispielsweise vespern oder ihr Bier trinken», sagt Nietlispach.

Hinsichtlich des Bauchgesuchs hat der VNUS keine Bedenken: «Wir haben das Projekt schon beim Kanton vorgestellt und es wurde für positiv befunden.» Mit dem Bau soll im Februar begonnen werden, noch bevor die Frösche mit dem Laichen beginnen.

Wie lange der Bauprozess dauern wird, ist offen: «Die Natur ist ständig in Bewegung und formt fortwährend das Biotop mit. Es gibt keinen fixen Termin, an dem man sagen kann ‹jetzt ist das Biotop fertig›.»

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