Ammonit

Ein 160 Millionen Jahre alter Herznacher kehrt zurück

Übergabe des ungewöhnlich grossen Ammoniten von Christine und Hans Peter Schmid (rechts) an die Vertreter des Vereins Eisen und Bergwerke, Ruth Reimann und Stefan Schraner.

Übergabe des ungewöhnlich grossen Ammoniten von Christine und Hans Peter Schmid (rechts) an die Vertreter des Vereins Eisen und Bergwerke, Ruth Reimann und Stefan Schraner.

Sowohl Fachgeologen als auch Ammonitensammler schwärmen begeistert vom neusten Zuwachs im Bergwerkmuseum in Herznach, einem 160 Millionen Jahre alten Ammoniten aus der Familie der Phylloceraten.

Der 28,2 Kilogramm schwere Ammonit – ein versteinertes ausgestorbenes Tier – ist ein Geschenk von Christine und Hans Peter Schmid aus Nuglar. Schmids Vater hat seiner Zeit eine umfangreiche Sammlung von Herznacher Fossilien aufgebaut. Diese Sammlung – ein wertvoller repräsentativer Querschnitt durch die Herznacher Geologie – hat Sohn Hans Peter vor sechs Jahren dem Verein Eisen und Bergwerke geschenkt. Das zweifellos kostbarste Stück, der erwähnte Ammonit aus der Familie der Phylloceraten, schmückte bis vor kurzem die Wohnstube der Familie Schmid. Es sei erstaunlich, was für ein Kunstwerk die Natur geschaffen habe, sagte Hanspeter Schmid bei der Geschenkübergabe. «Es hat mich gereut, diesen wunderschönen Ammoniten wegzugeben», bekannte Schmid, obwohl er der Meinung sei, dass er dorthin gehöre, wo er herkomme. Die neu gestaltete Bergwerk-Ausstellung in Herznach habe ihn jedoch überzeugt, «dass Herznach der perfekte Standort ist». Er trenne sich deshalb heute ohne Reue von diesem Ammoniten.

Peter Scheuble, bis vor kurzem Präsident des Vereins Eisen und Bergwerke sprach «von einer massiven Aufwertung der Herznacher Ausstellung». Selbst die Uni in Zürich verfüge in ihrer Sammlung über keinen vergleichbaren Fund.

Ruth Reimann, welche die Schenkung mit der Familie Schmid eingefädelt hatte, schilderte die Diskussion, die dieser Ammonit in Fachkreisen ausgelöst hatte. Geäussert wurden insbesondere Zweifel, ob es sich um einen echten «Herznacher» handelt. Die Experten Peter Bitterli und Iwan Stössel räumten indessen jegliche Zweifel aus. Sowohl der mit der Jurageologie bestens vertraute Geologe Bitterli als auch Geologe Stössel, der über die Herznacher Geologie promoviert hat, waren sich einig: Dieser Ammonit stammt aus dem einstigen Jurameer bei Herznach. Peter Bitterli bezeichnete den Ammoniten als typisches Hochseetier, das sich als Einzelexemplar in den Untiefen des Jurameers verirrt hat. «Ich bin sehr glücklich über dieses eindrückliche Exemplar», sagte Bitterli. Bei diesem Phylloceraten handelt es sich um das grösste in Herznach gefundene und in der Schweiz ausgestellte Exemplar. Die Grösse mit 48 cm Durchmesser und die schöne blätterförmige Zeichnung, sogenannte Lobenlinien, machen ihn zu einer Attraktion der Herznacher Ausstellung.

Das Bergwerkmuseum in Herznach ist von April bis Oktober jeweils am 1. Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

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