Beim SlowUp Dreiland störte kaum ein Auto die freie Fahrt auf den Strassen durch das Dorf, und die Velofahrer nutzten die ganze Breite der Allmendgasse und der Dorfstrasse in Kaiseraugst. An den Zuwegen positionierte Helfer achteten darauf, dass nichts passierte, wenn doch ein Auto die Strecke queren musste. Anwohner und Besucher des Altersheims konnten die für den Verkehr gesperrte Allmendgasse queren. Das regelte Valerie Bono von der Feuerwehr Kaiseraugst. Eigentlich gehörte sie zu den Sanitätern, aber beim SlowUp wird jede Hand gebraucht. Da unterstützte sie auch gerne den Verkehrsdienst. Von 9 bis 18 Uhr dauerte ihr Dienst bei der Einfahrt zum Lindenweg. Wenn ein Auto kam, gab sie ihrem Kollegen an der nächsten Kreuzung ein Zeichen. Freundliche Teilnehmer warfen den Streckenposten Päckchen mit Gummibärchen zu.

Der trinationale Event konnte in den vergangenen Jahren bis zu 65'000 Teilnehmer verzeichnen. Auch bei der 12. Auflage des SlowUp Dreiland tummelten sich unzählige Radfahrer und Inline-Skater gemäss dem Motto «gemeinsam en route – ensemble unterwegs» auf den Strassen. 70 Kilometer Gesamtstrecke führten durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz, von Rheinfelden bis Huningue und Lörrach. Die Strecke war durch vier Rheinquerungen in drei Schlaufen mit 18, 21 und 31 Kilometern Länge unterteilt. Lediglich auf den festgelegten Einbahnverkehr hatten die Teilnehmer des SlowUps zu achten, während mehr als 1000 Personen für die Sicherheit auf der Strecke und den Betrieb der Festplätze entlang der Strecke sorgten.

Auf dem Hauptwachplatz in Rheinfelden war kaum noch ein Durchkommen, angesichts der vielen SlowUp-Teilnehmer, die auf dem Festplatz einen Stopp einlegten. Der Veloclub und der Turnverein kümmerten sich mit Steak und Bratwurst um das leibliche Wohl der einkehrenden Radfahrer. Am Schulhofplatz in Kaiseraugst konnten die Besucher noch eine kleine Sicherheitsschulung machen. Mit einem schiebbaren IPad-Mobil durften Interessierte in der virtuellen Suva-City 2.0 einen Parcours absolvieren, bei dem sie ihre Reaktionszeiten als Radfahrer in Gefahrensituationen im Strassenverkehr testen konnten. In Kaiseraugst hatten Petra Ruf und Günter Wassmer aus Stein eine Gastwirtschaft aufgesucht. Sie erzählten, dass sie auch in den vergangenen Jahren am SlowUp teilgenommen hätten. Gestartet waren die beiden in Rheinfelden. «Wir machen daraus einen Tages-Event», erklärt Ruf.

Wassmer schätzte, dass sie für die ganze Strecke mit Pausen fünf bis sechs Stunden bräuchten. «Es heisst SlowUp. Das muss man geniessen», sagte Wassmer. Eine Inlineskaterin aus Lörrach kritisierte, dass auf der Strecke an den Festplätzen oftmals nur ein schweres Durchkommen sei. Sie meinte, dass man die Festplätze etwas abseits einrichten sollte.