Sisslerfeld
Eiken kann noch nicht bei der Industriezone Sisslerfeld mitbestimmen

Sisseln, Stein und Münchwilen haben entschieden, dass für die brachliegende Industriezone Sisslerfeld Massnahmen zur Förderung des Fuss- und Veloverkehrs und des öffentlichen Verkehrs getroffen werden sollen. Eiken ist noch nicht beteiligt.

Marc Fischer
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Ein Blick aus Münchwilen in Richtung Industriezone Sisslerfeld, für die nun ein Mobilitätsplan erarbeitet werden soll.

Ein Blick aus Münchwilen in Richtung Industriezone Sisslerfeld, für die nun ein Mobilitätsplan erarbeitet werden soll.

Walter Christen

«Derzeit ist Eiken nicht beteiligt. Bleibt dies so, muss die Gemeinde Eiken mittragen, was im Mobilitätsplan Sisslerfeld erarbeitet wird, ohne mitbestimmen zu können. Verkehrsmässig betroffen ist die Gemeinde ja ohnehin.» So beschreibt Rainer Schaub, Gemeindeammann von Sisseln, die aktuelle Situation rund um die Industriezone Sisslerfeld. «Der Ball liegt bei Eiken», so Schaub weiter.

Sisseln, Stein und Münchwilen haben in ihrer Nutzungsplanung verankert, dass für die brachliegende Industriezone Sisslerfeld Massnahmen zur Förderung des Langsamverkehrs und des öffentlichen Verkehrs getroffen werden müssen. Eiken hat diese Revision seinerzeit nicht gutgeheissen und ist seither bei den Gesprächen und Planungen aussen vor.

Eine Rückkehr in Schritten

«Es ist richtig, im Moment sind wir nicht dabei», bestätigt der Eiker Gemeindeammann Peter Balzer. «Klar ist aber auch, dass wir für die Zukunft unserer Gemeinde einen gemeinsamen Nenner finden müssen.» Es habe deshalb bereits Gespräche mit dem Planungsverband Fricktal Regio gegeben, so Balzer weiter. «Wir haben eine Auslegeordnung gemacht und sind nun daran, weitere Schritte auszuarbeiten. Kurz- oder mittelfristig wollen wir wieder in den Prozess einsteigen.»

Konkretere Angaben, wie diese Schritte oder der Zeitplan aussehen, konnte der Eiker Gemeindeammann jedoch noch nicht machen. «Logisch» sei, dass die Revision der Nutzungsplanung und die Aufnahme des Mobilitätsplans eine Rolle spielen. «Allerdings ist es eine komplexe Angelegenheit, wir sind ja derzeit sowieso an der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung.» Hansueli Bühler, Präsident von Fricktal Regio bestätigte auf Anfrage «verschiedene Gespräche auf verschiedenen Ebenen», wollte sich jedoch nicht detaillierter äussern.

Auch Laufenburg macht mit

Weiter als Eiken sind Sisseln, Stein und Münchwilen, die in Zusammenarbeit mit dem Planungsverband und dem Kanton die Mobilitätsplanung ausgeschrieben haben und an die Firma Rapp Trans in Basel vergeben wollen. Auch Laufenburg möchte an dieser Mobilitätsplanung teilnehmen.

Zudem sollen auch bestehende Firmen in der Region und die Grundeigentümer miteinbezogen werden. «Der Verkehr hört ja nicht in Sisseln auf», begründet Stadtammann Herbert Weiss, «er zieht weiter in Richtung Laufenburg.» In Laufenburg sei man froh um jeden Arbeitsplatz, der im Sisslerfeld entsteht, so Weiss weiter, möchte aber die Auswirkungen auf den Verkehr mitplanen. Noch nicht definitiv geklärt sei die Finanzierung, so Weiss weiter. Man gehe jedoch von einem tieferen fünfstelligen Betrag aus.

Sisseln beantragt Planungskredit

Konkreter äussert sich Sisseln zu den Kosten des Mobilitätsplans und spricht von Bruttokosten von rund 27 500 Franken für die Gemeinde Sisseln. Sisseln fasst diesen Betrag mit weiteren Kosten für die Arealentwicklung Sisslerfeld und die Erschliessungsplanung auf dem Gemeindegebiet zusammen und legt der Gemeindeversammlung vom
12. Juni einen Planungskredit in der Höhe von 70 000 Franken vor. «Wir hätten die Einzelbeträge auch ohne Gemeindeversammlungsbeschluss ausgeben können. Im Sinne der Information und der Transparenz legen wir die Summe aber den Stimmbürgern vor», so der Sissler Gemeindeammann Rainer Schaub.

Campusbildung vorgesehen

In Sachen Arealentwicklung laufen schon seit längerem Gespräche und Planung. Als externes Büro wurde Ernst Basler und Partner engagiert. Mittlerweile ist laut Rainer Schaub ein komplettes Konzept erarbeitet worden. «Im Fokus steht weiterhin eine Campusbildung mit mittelgrossen Unternehmen aus den Branchen Pharma und Life Sciences», so Schaub. Ein Verkauf des Areals an ein einziges Grossunternehmen sei nicht vorgesehen.

Auch über die Etappierung seien schon Gespräche geführt worden. «Noch ist nichts in Stein gemeisselt», so Schaub, «von der Landbeschaffenheit und der Baufähigkeit her wäre jedoch ein Start in Sisseln logisch.» Im Planungskredit, den Sisseln beantragt, sind denn auch Kosten für eine Machbarkeitsstudie mit Grobkostenschätzung enthalten. Ein weiterer Teil des Geldes soll dafür eingesetzt werden, die Vermarktung einzuleiten.