Wahlen
Eiken atmet auf: Nach vier Rücktritten ist Gemeinderat wieder komplett

Der Gemeinderat von Eiken ist wieder komplett: Markus Zwahlen und Patrik Balmer wurden am Sonntag neu in die Exekutive gewählt. Balmer wurde gleichzeitig zum neuen Gemeindeammann gekürt, Christoph Aebi zum neuen Vizeammann.

Thomas Wehrli
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Frisch gewählt: Markus Zwahlen (neuer Gemeinderat), Christoph Aebi (neuer Vizeammann) und Patrik Balmer (neuer Ammann).

Frisch gewählt: Markus Zwahlen (neuer Gemeinderat), Christoph Aebi (neuer Vizeammann) und Patrik Balmer (neuer Ammann).

ZVG

Eiken kann aufatmen: Nach einem turbulenten Jahr mit 4 Rücktritten aus dem Gemeinderat ist das Gremium seit Sonntag wieder komplett: Markus Zwahlen und Patrik Balmer wurden mit 416 respektive 305 Stimmen in den Gemeinderat gewählt, Patrik Balmer zugleich mit 260 Stimmen als neuer Gemeindeammann bestimmt. Als Vizeammann fungiert künftig Christoph Aebi: Der 33-Jährige, der Ende Januar in den Gemeinderat einzog, wurde mit 317 Stimmen gewählt.

Dass alle freien Ämter bereits im ersten Wahlgang besetzt werden konnten, war nicht unbedingt zu erwarten. Aebi ist froh, dass es so kam, denn «damit ist das Gremium jetzt wieder voll operativ und das ist gut für Eiken». Wichtig erachtet er es, dass sich das Gremium möglichst bald findet, damit es nach vorne arbeiten kann.

Zwahlen erachtet eine gute Kommunikation als zentral. «Wir müssen das Vertrauen, das uns die Bevölkerung mit der Wahl entgegengebracht hat, zurückgeben.» Für Balmer braucht es nun vorab 3 Dinge: Ruhe im Dorf, eine Vertrauensbasis zwischen Gemeinderat, Verwaltung und Bevölkerung sowie eine Prise Geduld. «Wunder können auch wir nicht bewirken.»

(Zu) wirkmächtig, so hörte man im Vorfeld der Wahlen oft, sei die Verwaltung. Aebi, der bereits einige Sitzungen als Gemeinderat miterlebt hat, bestätigt, dass die Verwaltung stark ist. Er sieht dies aber nicht als Nachteil. «Wir können Informationen abholen, die sonst nicht verfügbar wären. Das gibt einen wichtigen Rückhalt.» Balmer spricht von «einem grossen Know-how», das es zu nutzen gelte. Wichtig seien der gegenseitige Respekt und das Wissen: «Nur zusammen funktioniert es.» Dabei ist aber auch klar: «Der Gemeinderat entscheidet, nicht die Verwaltung», sagen alle drei Gewählten unisono.

«Riesenchance für Neuanfang»

Eine unité de doctrine fällt auch sonst auf, wenn man mit den drei Gewählten spricht. «Wir passen gut zusammen», ist Zwahlen überzeugt. Das habe man auch bei der gemeinsamen Vorbereitung des Infoabends zu den Wahlen gesehen. «Wir sind ähnlich gestrickt.» Das sieht Aebi nicht anders. «Wir sind alle jung, auch im Denken. Das gibt uns die nötige Flexibilität, um Eiken voranzubringen.»

Jung heisst im Eiker Kontext zweierlei: Erstens sind die drei neuen Gemeinderäte zwischen 33 und 36 Jahre jung. Zweitens ist das Gremium das amtsjüngste im Kanton: Renate Bitter wurde Ende November 2014 in den Gemeinderat gewählt und Renata Thunig, die amtsälteste, gehört der Exekutive auch erst seit gut einem Jahr an.

Einen Nachteil sieht Balmer darin nicht, im Gegenteil, «es ist eine Riesenchance für einen Neuanfang». Natürlich fehle die Erfahrung, aber die Konstellation beflügle erst recht, zusammenzustehen und geschlossen aufzutreten. Und zudem: «Es ist doch erfreulich, dass junge Menschen hinstehen und sagen: Ja, wir wollen uns für die Gemeinde einsetzen.»

Balmer wird es an vorderster Front tun. Er habe «Respekt vor dem Amt, aber keine Angst davor», sagt der 33-Jährige. Er ist sich dabei bewusst, dass er als Gemeindeammann besonders exponiert ist und «nicht nur Befürworter, sondern auch Neider» haben wird. «Damit kann ich umgehen.»

Einen grossen Einsatz zeigte im Vorfeld der Wahlen auch die IG «neue Gemeinderäte für das Dorf»: Fünf ehemalige Gemeinderäte investierte viele Stunden, um geeignete Kandidaten zu finden. Mit Erfolg, alle 3 Gewählten wurden von der IG portiert. Doch neben Dank setzte es für die IG auch Kritik ab; sie wurde gar als Schattenkabinett tituliert, eine Unterstellung, welche die fünf stets vehement von sich wiesen.

Bereit zum Entern

Der Verlierer des Tages ist Kilian Brogli. Der «Pirat» kandidierte als Gemeinderat sowie als Vize- und als Gemeindeammann. Er hatte gegen die drei anderen keine Chance. Er sei nicht enttäuscht, erklärt der 37-Jährige, er sei vielmehr «stolz auf die 177 Stimmen». Es sei eine intensive Zeit mit vielen positiven Begegnungen gewesen. Der Politik bleibt Brogli derweil verbunden: Er will im Herbst bei den Piraten für den Nationalrat kandidieren. Klar zum Entern.

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