Wölflinswil

Ei, Ei, Ei – was fliegt denn da

Das Eierlesen lockte bei prächtigem Wetter viele Zuschauer an – Jannik Maier gewann den Zweikampf

Das Wetter zeigte sich am Sonntag beim Eierlesen in Wölflinswil von seiner absoluten Schokoladenseite. Sonnenschein pur! So waren natürlich jede Menge Zuschauer gekommen, um bei diesem jahrhundertealten, wunderschönen Brauchtum dabei zu sein. In Wölflinswil geht es dabei weniger um die Frage, ob der Frühling den Winter besiegt (das war an diesem Tag wettermässig ohnehin eindeutig geklärt), sondern es ist vor allem ein Wettkampf zwischen zwei Sportlern, bei dem Kondition, Wurfsicherheit und ein gutes Zusammenspiel mit den Fängern der Eier gefragt ist.

Einzusammeln waren für jeden Läufer jeweils 150 Eier, die auf einer Strecke von 75 Metern im Abstand von 50 cm verteilt waren. Die eine Bahn lief in den Rank hinein, die andere verlief parallel zur Hauptstrasse. Beide Bahnen trafen sich auf dem Dorfplatz. Insgesamt mussten 11,5 Kilometer gelaufen werden – von jedem. Vorausgesetzt, es gab keine Strafrunde. Denn die war für jedes Ei, das nicht im Korb, sondern als Eierpampe daneben landete, zu absolvieren. Das war aber in diesem Jahr weder bei dem 15-jährigen Turner Michael Burggraf noch bei dem 16-jährigen Jannik Maier der Fall. Natürlich auch durch den vollen Einsatz der Fänger, die teils atemberaubend akrobatisch agierten.

Herrlichen Schabernack für Aktive und Gäste gab es mit den Sagengestalten, die auch immer wieder versuchten, Kinder mit viel Gejohle, Geschrei und strampelndem Widerstand in den Dorfbrunnen zu werfen.

Eher friedlich wackelte Chrütschmutti umher, dick mit Streu gefüllt. Bei dieser Körperfülle nämlich war sie froh, wenn sie selbst irgendwie vorankam. Der Dorfpolizist gondelte mit seinem klapprigen Drahtesel umher, natürlich unbereift und pistolenfuchtelnd. So richtig auf Spässe aus waren die schwarzen Männer, der Waldbruder im Mönchsgewand sowie der Örkegeischt. Die waren ständig auf Ausschau nach dem nächsten Opfer, das sie in den Brunnen befördern konnten. Zwei Hühnermänner aus Italien versuchten, ihre Ware an den Mann zu bringen, zwei niedliche Osterhasen verteilten die letzten Überbleibsel vom Osterfest, ein Brautpaar spazierte «noch» glücklich durch die Menge und ein tannenzweigbestückter Waldmensch stand für den üppigen Frühling.

Ausdauer gab den Ausschlag

Beide Läufer überzeugten durch kontinuierliche Schnelligkeit. Anfangs war Michael immer ein paar «Eier» besser, doch am Ende gab wohl die gute Ausdauer den Ausschlag. Gewinner dieses kleinen Wettstreites war Jannik Maier. Das letzte aufgesammelte Ei landete im hohen Bogen über dem Landgasthof «Ochsen». Die vielen Gäste erlebten nicht nur einen spannendes Rennen, sondern auch ein buntes Dorffest mit viel Unterhaltung.

Organisiert wird das Eierlesen in Wölflinswil traditionell vom DTV und TV.

Meistgesehen

Artboard 1